Neues Buch erschienen Auch Lingener kämpften bei Waterloo gegen Napoleon

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Bochum. Am 18. Juni 1815 hat der französische Kaiser Napoleon Bonaparte zum letzten Mal Truppen kommandiert: Nach seiner Niederlage bei Waterloo musste er endgültig abdanken und wurde nach St. Helena verbannt. Gegen ihn haben auf preußischer Seite auch Lingener gekämpft.

Aus gut 72000 Mann und 246 Geschützen setzte sich das französische Heer zusammen, welches am 18. Juni 1815 rund 15 Kilometer südlich von Brüssel bei Waterloo auf die alliierten Truppen unter dem Befehl General Wellingtons mit knapp 68000 Soldaten und 156 Geschützen sowie den mit ihnen verbündeten Preußen unter dem Befehl von Feldmarschall von Blücher traf. Dessen Truppenstärke betrug rund 48000 Mann.

Regiment wurde 1813 aufgestellt

Zu den preußischen Truppen gehörte auch das 3. Westfälische Landwehr-Infanterie-Regiment, welches im Herbst 1813 in Ostfriesland und den ehemaligen Grafschaften Lingen und Tecklenburg aufgestellt worden war und daher auch als das Ostfriesisch-Lingen-Tecklenburgische Landwehr-Infanterie-Regiment bekannt war.

1815 gehörte es in der entscheidenden Phase der Befreiungskriege zu der preußischen Armee unter Marschall Blücher, die gemeinsam mit Wellingtons Truppen das Schicksal des Franzosenkaisers Napoleon besiegelte. Die Rückkehr und Auflösung des Regiments fiel dann zusammen mit der Abtretung Ostfrieslands und der Niedergrafschaft Lingen an das Königreich Hannover.

Einzelschicksale im Mittelpunkt

Der promovierte Ingenieur Dirk Ziesing ist seit vielen Jahren auch als Hobbyhistoriker und Sachverständiger in der Militärgeschichte und der Waffentechnik tätig. Sein nun vorgelegtes drittes Buch der „Landwehr-Reihe“ behandelt auf 418 Seiten die Geschichte dieser Einheit und der dort dienenden Soldaten.

Das Buch schildert den Verlauf der sogenannten Befreiungskriege und damit die letzten Jahre der Herrschaft von Napoleon. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf den Einzelschicksalen und weiteren Lebenswegen zahlreicher Kriegsteilnehmer. So ist das Buch laut dem Autor auch dem Andenken der Opfer gewidmet. Hierbei bilden die in vielen Heimatkirchen in der Region angebrachten Gedenktafeln für Gefallene und Heimkehrer einen besonderen Schwerpunkt der akribischen Arbeit.

Ein Soldat wurde später Bürgermeister in Lingen

Auch Lingen und Bürger aus der Stadt spielen im Buch eine gewichtige Rolle: Mehr als 100-mal wird die Stadt unter anderem auch als Durchzugsort der Truppen genannt, und acht Kriegsteilnehmer aus Lingen werden auch ausführlicher behandelt und deren Lebensumstände und familiäre Verhältnisse vorgestellt.

An der Schlacht bei Waterloo teilgenommen haben laut Ziesing mit Heinrich Horkel, Wilhelm Lindenberg, Conrad Beckhaus, Theodor Raydt, Arnold Westphal und Thomas Cappenberg auch durchaus einige bekannte Lingener Bürger ihrer Zeit.

Der promovierte Jurist und Träger der preußischen Kriegsgedenkmünze Heinrich Horkel war Sohn eines Predigers und nach dem Krieg von 1824 bis 1863 Bürgermeister von Lingen, 1879 starb er schließlich in Augsburg.

Lingener war der Regimentsarzt

Wilhelm Lindenberg war praktizierender Arzt in Lingen, als man ihn im März 1814 zum Regimentsarzt machte. Er stammte aus Haselünne, hatte ab 1805 in Münster Medizin studiert und in erster Ehe 1810 in Lingen Juliana Mauve und nach deren Tod 1817 in zweiter Ehe Agneta Kriege geheiratet. Er starb 1848. Theodor Raydt war Professor für Rechtswissenschaften und Rektor am akademischen Gymnasium in Lingen und Conrad Beckhaus der Sohn des Lingener Bürgermeister von 1771 bis 1812, Friedrich Beckhaus. Arnold Westphal war Sohn des Lingener Postdirektors Joachim Westphal und Cappenbergs waren in Lingen bekannte Gastwirte.


Napoleon und Waterloo

Als Befreiungskriege werden die Auseinander- setzungen in Mitteleuropa von 1813 bis 1815 bezeichnet, mit denen die französische Vorherrschaft unter Napoleon Bonaparte über große Teile des europäischen Kontinents beendet wurden.

Gegen das Französische Kaiserreich bildete sich 1813 nach Napoleons Niederlage im Russlandfeldzug erneut ein Militärbündnis.

Nach wechselvollem Kriegsverlauf marschierten die Sieger aus Russland, Preußen, Großbritannien und Österreich schließlich in Paris ein und zwangen Napoleon zur Abdankung. Dieser übernahm kurze Zeit später nochmals die Herrschaft, ehe er bei Waterloo von alliierten Truppen unter General Wellington und Preußen unter Feldmarschall Blücher endgültig geschlagen und nach St. Helena verbannt wurde.

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