Grundstein für die Zukunft Zehn Tischlergesellen in Lingen losgesprochen

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Lingen. Zehn Tischler haben jetzt bei ihrer Lossprechungsfeier in der Volksbank Lingen ihre Gesellenbriefe überreicht bekommen.

In der Bank waren die Gesellenstücke rund zwei Wochen ausgestellt. Die Besucher entschieden im Wettbewerb „Mein Lieblingsstück“, welches ihnen am besten gefiel. Die Wahl des Publikums fiel mit deutlicher Mehrheit auf die von der Langenerin Emma Böker gefertigte Garderobe aus Ulme und weißer Platte. Dieses Gesellenstück überzeugte auch die Fachjury „Die gute Form“. Sie wählte die Garderobe auf Platz zwei. Zum Sieger kürte die Fachjury das Stück von Niklas Weege. Humorvoll hob Innenarchitekt Georg Kimmer von der Jury die Bedeutung der Gesellenstücke hervor: „Ihr werdet vielleicht einmal einen anderen Freund oder eine andere Freundin haben, aber Euer Gesellenstück wird Euch ein Leben lang begleiten.“

Gesellen am Ziel und Lehrer am Ende

Berufsschullehrer Wilfried Ettmann erinnerte daran, dass es mit der Klasse „ein Stück Arbeit“ gewesen sei: „Die Klasse hat uns Sorgen bereitet, aber es macht mich heute wieder stolz, dass es doch bei allen geklappt hat.“. Böker ging darauf in ihren Dankesworten, die sie für die neuen Gesellen sprach, ein. „Wir sind am Ziel und die Lehrer wahrscheinlich am Ende“, meinte die junge Gesellin.

Für Gemeinschaft einsetzen

Obermeister Martin Hülsing wünschte den neuen Gesellen eine Arbeitswelt, in der sie sich persönlich entfalten könnten: „Ein guter Arbeitsplatz ist die beste Basis für einen jungen Menschen, sich selbst zu erfahren und zu entwickeln.“ Festredner Bernhard Hummeldorf, Bürgermeister der Samtgemeinde Spelle, bezeichnete den Gesellenbrief als wichtigen Grundstein für die weitere Zukunft. Von Bedeutung sei auch, das Leben selbst zu gestalten, sich auch für die Gemeinschaft einzusetzen und dabei persönliche Spuren zu hinterlassen: „Bitte bringen Sie sich in unsere Gesellschaft ein. Wirken Sie mit an einer freiheitlichen Demokratie und an einem funktionierenden Gemeinwesen.“

Region braucht solide Handwerksbetriebe

Carsten Schmees, Vorstand der Volksbank Lingen, betonte, dass solide handwerkliche Betriebe für den wirtschaftlichen Wohlstand in der Region gebraucht würden. Auf die Bedeutung des Handwerks wies auch Hülsing hin: „Die handwerkliche Aus- und Weiterbildung wurde viel zu lange von Politik und Gesellschaft vernachlässigt“, erklärte der Obermeister. Die zunehmende Belastung durch Bürokratie entziehe dem Boden des Handwerks den Nährstoff, kritisierte Hülsing.

Einen Innungssieger kürte die Tischlerinnung 2018 nicht, da keiner der neuen Gesellen die erforderlichen Kriterien erfüllt hatte.


Tischlergesellen:

Niklas-Sören Agnes (Dankelmann, Emsbüren), Emma Böker, Leo Tholen, Niklas Weege (alle Tischlerei Herbers, Lingen), Michelle Schreiner (Miels Der Tischler, Lähden), Arne Dankelmann (Ihr Tischlerteam ITM Hülsing, Emsbüren), Louis-John Fielers (Teamplay Josef Meyer, Nordhorn), Jan-Hendrik Hüring (KS Innenausbau - Küking & Scholz, Lengerich), Karen Schnieders (JVA Lingen-Damaschke), Oliver Schoo (Bojer Fenster, Lingen).

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