Gegen den Trend Lingener Pflegeeinrichtung Kursana hat keine Personalprobleme

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Der Lingener FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Beeck wurde von Gertraud Balzen (Mitte), Direktorin des Kursana, und Sabine van Olfen (Leitung Soziale Betreuung des Kursana) über die Situation der Altenpflege informiert. Foto: Wilfried RoggendorfDer Lingener FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Beeck wurde von Gertraud Balzen (Mitte), Direktorin des Kursana, und Sabine van Olfen (Leitung Soziale Betreuung des Kursana) über die Situation der Altenpflege informiert. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Die Pflegebranche klagt seit einigen Jahren über einen akuten Fachkräftemangel. Nicht so die Lingener Pflegeeinrichtung Kursana: Dort gibt es derzeit keine Personalprobleme. Gleichwohl nimmt Direktorin Getraud Balzen eine deutliche Veränderung bei der Personalgewinnung wahr.

„Wir haben 86 Mitarbeiter in der Pflege und 25 weitere eines externen Dienstleisters im Bereich der Hauswirtschaft“, berichtete Balzen dem FDP-Bundesabgeordneten Jens Beeck bei dessen Besuch. Kursana unternehme viel, um dieses Personal langfristig an sich zu binden. „Kein Mitarbeiter muss länger als sechs Tage am Stück arbeiten und es gibt einen verlässlichen Dienstplan“, erläuterte Balzen. Nach Möglichkeit hätten die Mitarbeiter alle 14 Tage ein freies Wochenende. Weiterbildung werde groß geschrieben und die Zeiten für Fortbildungsmaßnahmen würden als Arbeitszeit gelten.

Mischung aus Alten-, Kranken- und Heilerziehungspflegern

Balzen findet es gut, bei ihren Fachkräften über eine Mischung aus Alten-, Kranken- und Heilerziehungspflegern zu verfügen. Im Kursana gebe es neben der normalen Altenpflege einen geschützten Demenzbereich und einen Bereich für junge Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung. „Bei Letzterem arbeiten wir eng mit dem Christophorus-Werk zusammen“, erklärte Balzen.

Erste Auswirkungen des Fachkräftemangels spürbar

Doch auch die Direktorin des Kursana spürt die ersten Auswirkungen des Fachkräftemangels im Bereich der Pflege. „Früher musste mich ein potenzieller neuer Mitarbeiter überzeugen; heute muss ich ihn von unserem Haus überzeugen“, berichtete Balzen.

Änderungen in der Ausbildung problematisch

Zwölf Auszubildende hat das Kursana aktuell. Doch Balzen sieht durch eine geplante Änderung der Ausbildungsordnung in den Pflegeberufen die Ausbildungsfähigkeit ihres Hauses zumindest leicht gefährdet. Statt der bisherigen getrennten Ausbildung von Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflegern soll die Ausbildung generalisiert werden. Erst im letzten Ausbildungsjahr sollen die Auszubildenden sich spezialisieren. „Im Bereich der Kinderkrankenpflege sind wir dann auf Kooperationspartner in Lingen angewiesen, weil wir diesen Ausbildungsbereich nicht anbieten können“, erläuterte Balzen das Problem. Sie befürchtete zudem, das sich wegen der schlechteren Bezahlung weniger Auszubildende für den Bereich der Altenpflege entscheiden würden.

Besseres Ansehen der Altenpflegekräfte gefordert

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Beeck teilte diese Befürchtung: „Die geplanten Änderungen in der Ausbildung könnten die Ausbildungskapazitäten verknappen. Wir müssen uns deutlich stärker mit den möglichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt befassen.“ Balzen wünschte sich ein besseres Ansehen der Altenpflegekräfte: „Für die Menschen, die das gerne machen, kommt Beruf von Berufung.“ Das schlechte Ansehen würde ihnen Unrecht tun. „Es fehlt der realistische Blick darauf, was in der Pflege wirklich geleistet wird“, pflichtete Beeck der Kursana-Direktorin bei.


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