Konzert in der Kunsthalle Lingen Junge Virtuosen mit exzellentem Spiel und Wiener Charme

Von Peter Löning

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Selbst ihre ohrwurmtauglichen Zugaben („Tennessee Waltz“ und „Autumn Leaves“) zeigten sich hoch spannend arrangiert und ebenso vorgetragen. Die „Vienna Clarinet Connection“ brachte ihr „café europa 2.0“ in die Lingener Kunsthalle. Foto: Peter LöningSelbst ihre ohrwurmtauglichen Zugaben („Tennessee Waltz“ und „Autumn Leaves“) zeigten sich hoch spannend arrangiert und ebenso vorgetragen. Die „Vienna Clarinet Connection“ brachte ihr „café europa 2.0“ in die Lingener Kunsthalle. Foto: Peter Löning

Lingen . Mit Wiener Charme, mit feinem Witz und vor allem mit exzellentem Spiel gelang es der Vienna Clarinet Connection, ihr reichlich erschienenes Konzertpublikum bei hochsommerlichen Temperaturen in der Lingener Kunsthalle zu begeistern.

Es ist die langjährige und intensive Zusammenarbeit der Kunsthalle mit der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit, die hier neuerlich ein hervorragendes Konzert ermöglichte. So findet sich die Lingener Reihe der „Jungen Virtuosen“ als Bestandteil des gerade stattfindenden und in seinem Angebot überaus beachtlichen Summerwinds-Festival, das sich mit 40 Konzerten in der Region intensiv den Holzbläsern widmet.

Gestandenes Klarinettenquartett

Die „Vienna Clarinet Connection“, ein gestandenes Klarinettenquartett, besteht bereits seit den 1990er Jahren. Seine Mitglieder spielen in namhaften österreichischen Orchestern und lehren an dortigen Musikhochschulen. Ein Ensemble also mit Geschichte, vor allem aber spürbar mit Erfahrung.

Farbeinreiche Klangpalette

Seine Besetzung orientiert sich am Streichquartett. So gesellen sich zu zwei „normalen“ Klarinetten (Helmut Hoedl und Rupert Fankhauser) ein Bassetthorn (Hubert Salmhofer) sowie eine Bassklarinette (Wolfgang Kornberger). In Lingen zeigten die vier Musiker eine einzigartig farbeinreiche Klangpalette, erreichten als Quartett eine erstaunliche Balance zwischen Individualität und kammermusikalischem Zusammenspiel. Versprochen war zudem: „Wir versuchen, jung und virtuos zu sein.“

Eigene Arrangements

„Café Europa 2.0“, so der Name des Programms, brachte vor allem eigene Arrangements und Kompositionen; Werke, die in teils verblüffender Weise kunst- und geschmackvoll unterschiedlichste Musikstile gewinnbringend mit einander verbanden. Elemente aus Klassik, Jazz und Pop, aus zeitgenössischer wie auch aus tradierter Volksmusik begegneten sich in Komposition und Improvisation, ohne sich aber jemals dabei selbst zu verlieren.

Mit feiner Hand zusammengefügt

Die Wiener vermischen nicht, sie fügen mit feiner Hand zusammen. Und das lässt freudig aufhorchen. Es war mitunter eine spannende Entdeckungsreise, wenn beispielsweise zwischen komplizierten rhythmischen Modellen und orientalischen Melodiesträngen sich zart ein kleiner Walzer ins Geschehen schlich.

Besondere Zugabe

Humorvolle Moderation („Was Deutsche und Österreicher trennt, ist die gemeinsame Sprache“) gepaart mit unglaublich virtuoser Beherrschung ihres Instrumentariums ist ein Rezept, das auf das Erfreulichste aufging. Hier stimmte der Zusammenklang und es lebte die Musik im Raum, der zuweilen spielend durchschritten wurde. Herrlich!

„Auf den besonderen Wunsch einer Hörerin“ schoben die Musiker dem Programm ihre Version von George Gershwins „Rhapsody in Blue“ unter, ganz ohne Klavier und ohne Orchester, doch: „Im Quartett ist es einfach auch billiger“. Sehr großartig.


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