Frank Pelz seit 1. Juni dabei Erste inklusive Kolonne beim Bauhof Lingen im Einsatz

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Seit dem 1. Juni ist Frank Pelz als Beschäftigter der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) beim Bauhof der Stadt tätig. Das Bild zeigt von links: Stefan Altmeppen (Erster Stadtrat), Horst Feltrup (Bauhof Stadt Lingen), Patrick Stegemann und Daniel von Zoest (Bauhof), Frank Pelz, Andreas Langner (Integrationsbegleiter Christophorus-Werk) und Stefan Kerk (Stellvertretender Geschäftsführer im Christophorus-Werk). Foto: Christophorus-WerkSeit dem 1. Juni ist Frank Pelz als Beschäftigter der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) beim Bauhof der Stadt tätig. Das Bild zeigt von links: Stefan Altmeppen (Erster Stadtrat), Horst Feltrup (Bauhof Stadt Lingen), Patrick Stegemann und Daniel von Zoest (Bauhof), Frank Pelz, Andreas Langner (Integrationsbegleiter Christophorus-Werk) und Stefan Kerk (Stellvertretender Geschäftsführer im Christophorus-Werk). Foto: Christophorus-Werk

Lingen. Die Stadt Lingen und das Christophorus-Werk Lingen arbeiten gemeinsam daran, Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben möglich zu machen. Das erste Erfolgsbeispiel: Seit dem 1. Juni ist Frank Pelz einer Mitteilung des Christophorus-Werkes zufolge als Beschäftigter der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) beim Bauhof der Stadt tätig.

25 Jahre lang hatte Frank Pelz in der Werkstatt gearbeitet, zuletzt in der Metallerwerkstatt. 2017 qualifizierte er sich erfolgreich zum Handwerksgehilfen im Berufsfeld Metall. Er war einer von vier Beschäftigten, die sich auf die Stellenausschreibung in der WfbM für die Mitarbeit beim Bauhof bewarben. Zwei Mitarbeiter des Fachdienstes „Arbeit nach Maß“ des Christophorus-Werkes, Johannes Kollmann und Andreas Langner, unterstützten ihn und die anderen Bewerber dabei.

„Besonders freut uns, dass die Stadt Lingen auf uns zukam und mit uns zusammenarbeiten wollte“, sagte Langner. Der Bauhof suchte motivierte und qualifizierte Kräfte. Gemeinsam haben wir das Potenzial der Bewerber ausgelotet.“ Inklusion höre für die Stadt nicht bei Kindergärten und Schulen auf, sondern betreffe alle Lebensbereiche, erklärte Erster Stadtrat Stefan Altmeppen. „Auch als Arbeitgeber möchte die Stadt Lingen dazu ihren Beitrag leisten und zeigen, wie das gelingen kann.“

Jeder der vier Bewerber absolvierte vorab ein mehrwöchiges Praktikum. Für Frank Pelz stand schon nach kurzer Zeit fest: „Hier möchte ich bleiben. Eine Arbeit in einem Betrieb war schon länger mein Wunsch gewesen.“ Mit den Maschinen kommt er gut zurecht, das frühe Aufstehen macht ihm nichts aus und mit dem Fahrrad hat er morgens einen kurzen Weg zur Arbeit. Schon seit einiger Zeit hatte er an einem Tag in der Woche Haus- und Hofdienste für ein Unternehmen geleistet. Sowohl das selbstständige Arbeiten als auch die Zusammenarbeit im Team war er aus der Werkstatt gewohnt. Ein Vollzeitjob war sein Wunsch.

Gespräche mit allen Beteiligten

Damit die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen gut klappte, führten Langner und Kollmann im Vorfeld Gespräche mit den Leitungskräften und Mitarbeitenden des Bauhofes. Langner: „Diese offenen und ehrlichen Gespräche vorab sind immer wichtig. Denn für alle Beteiligten ist die Situation neu.“ Auch Daniel von Zoest und Patrick Stegemann, die mit Pelz zusammen eine Kolonne bilden, empfanden das als hilfreich: „Inzwischen sind wir gut aufeinander eingespielt“, sagten sie.

Die Kolonne ist vor allem in Laxten im Einsatz. Dort ist ihr fester Bezirk: Straßenrandflächen in Schuss halten, städtische Grünanlagen und Hecken pflegen, Bäume kontrollieren – ab sechs Uhr morgens im Sommer geht es los. Dann sind die Straßen noch ruhig. Das Trio muss dabei je nach Witterung bei aller Planung auch spontan agieren.

Horst Feltrup, Vorarbeiter des Bauhofes, lobte die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Integrationsbegleitern vom Christophorus-Werk: „Sie sind als Ansprechpartner immer für uns da.“ Berührungsängste hatte er keine: „Mit dem Berufsbildungswerk arbeiten wir ja schon einige Jahre zusammen, um den angehenden Fachwerkern im Gartenbau die betriebliche Ausbildungspraxis zu bie-ten.“

Weitere Zusammenarbeit möglich

Zurzeit hat Frank Pelz beim Bauhof einen ausgelagerten Werkstattarbeitsplatz, einen sogenannten Außenarbeitsplatz. Das heißt: Er arbeitet beim Bauhof, hat aber weiterhin Ansprüche auf alle Leistungen als Werkstattbeschäftigter – und ein Rückkehrrecht, wenn er das wünscht. Angedacht war eine saisonweise Beschäftigung, doch die Überlegungen gehen weiter. „Vielleicht entwickelt sich aus diesem Modell noch mehr“, sagt der Stellvertretende Geschäftsführer des Christophorus-Werkes, Stefan Kerk. „Denn unser Ansatz ist es, jedem die Arbeit dort möglich zu machen, wie und wo er es sich selbst wünscht. Dazu brauchen wir Partner wie die Stadt Lingen, die den Schritt in Richtung Inklusion wagen und Menschen wie die Mitarbeiter des Bauhofes, die diesem offen gegenüber stehen.“

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