Trikotwäsche seit 1971 Maria Hofschlag ist die „Waschfee“ der Schepsdorfer Eintracht

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Lingen. Bei der Fußball-Stadtmeisterschaft in Lingen ist der SV Eintracht Schepsdorf bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Maria Hofschlag ist wohl die Einzige im Verein, die dem etwas Gutes abgewinnen kann: Sie hat weniger Arbeit. Denn bereits seit 1971 wäscht die 69-Jährige die Trikots der Eintracht.

„Anfangs haben wir uns mit vier Frauen beim Waschen abgewechselt, aber seit mehr als 30 Jahren mache ich das alleine“, sagt Hofschlag. Beim Besuch unserer Redaktion hängen die Trikots der 1. Mannschaft der Eintracht auf dem Wäscheständer. „Vier Waschmaschinen habe ich gestern damit gefüllt“, erklärt sie. Im Winter, wenn in Langarmtrikots gespielt werde, könne es auch mal eine Maschine mehr je Trikotsatz sein.

Früher Baumwolltrikots gebügelt

Derzeit wäscht Hofschlag die Spielkleidung der 1. und 2. Schepsdorfer Herrenmannschaften. „Ich hatte aber auch schon mehrere Jahre die Trikots der Damen und der A-Jugend zum Waschen hier“, erinnert sie sich. Heute hat sie nicht nur weniger Trikotsätze – auch das Waschen ist einfacher geworden: „Früher waren die Trikots noch aus Baumwolle. Wenn die von Freitag auf Sonntag mangels eines zweiten Trikotsatzes wieder fertig sein mussten, habe ich mitten im Sommer die Heizung voll aufgedreht, damit die trocken wurden.“ Und im Winter habe dann das ganze Esszimmer mit Trikots zum Trocknen auf den Wäscheständern vollgestanden. Die alten Baumwolltrikots hatten einen weiteren Nachteil: „Die musste ich noch bügeln.“

Kein einziger Trikotsatz mehr vollständig

Die heutigen Trikots bestehen überwiegend aus Polyester. „Leicht auf niedrigster Stufe Anschleudern und dann kommen sie schon fast trocken aus der Maschine“, erläutert die Schepsdorfer „Waschfee“. Dafür kämpft Hofschlag heute mehr als früher mit einem anderen Problem: „Es kommt immer öfter vor, das etwas fehlt.“ Wenn sie dann einen Zettel in den Trikotkoffer lege, tauche ein Shirt meistens nach einer Woche wieder auf – fehlende Hosen und Stutzen jedoch meistens nie mehr. „Fast kein einziger Trikotsatz ist mehr vollzählig“, klagt Hofschlag.

An Hosen und Stutzen oft etwas zu Flicken

Im Keller ihres Hauses lagern eine ganze Reihe alter Trikotsätze der Eintracht. „Die gebe ich beispielsweise zur Sportwoche oder zu unserem vereinsinternen Hallenturnier heraus“, begründet Hofschlag, wieso sie diese so lange aufbewahrt. Häufiger geht es für Hofschlag auch an die Näh- anstatt nur die Waschmaschine. Gerade bei den Hosen und Stutzen der Fußballer gebe es immer wieder mal etwas zu Flicken.

Hans Hofschlag: Einige haben nicht geschwitzt

Ob der Geruch eines Koffers voller verschwitzter Sportkleidung sie nicht stört? „Das rieche ich schon lange nicht mehr“, sagt Hofschlag. Außerdem öffne sie die Koffer immer draußen. Die kritische Äußerung ihres Ehemanns Hans, das in der letzten Saison wohl einige Schepsdorfer Spieler angesichts ihres Einsatzes überhaupt nicht geschwitzt hätten, überhört Maria Hofschlag geflissentlich.

Entweder sauber oder kaputt

Selten werde ihre Arbeit von den Mannschaften wahrgenommen. Umso mehr habe sie sich vor einigen Jahren gefreut: „Zum Saisonende haben die Jungs mir einen Trikotkoffer erst nach sechs Wochen zum Waschen gebracht“, erinnert sich Hofschlag. Die Trikots hätten „Stockflecken ohne Ende“ gehabt. Selbst der Einsatz von Essig, Terpentin und Fleckensalz habe nicht geholfen. „Ich habe sie dann statt bei 30 bei 60 Grad gewaschen. Ich dachte, entweder werden sie sauber oder sie gehen kaputt“, berichtet Hofschlag. Sie habe die Trikots sauber bekommmen – und neben viel Lob auch ein großzügiges Geschenk des Teams.


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