30.000 Liter Wasser pro Tag Bauhof Lingen kämpft gegen die Trockenheit

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Lingen. Die vergangenen Wochen und Monate waren in der Region überaus trocken. Das geht an vielen Pflanzen nicht spurlos vorbei. Der Bauhof in Lingen bringt zurzeit jeden Tag rund 30.000 Liter Wasser in die Grünflächen des Stadtgebietes.

Viele Rasenflächen haben die Farbe von trockenem Stroh statt sattem Grün, manch neu eingesetzte Pflanze wird wohl den Sommer nicht überleben. „Alles können wir nicht wässern. Wir werden wohl einige Pflanzen verlieren“, sagt Bauhofleiter Christian Schulte. „Jeden Tag fahren zwei Fahrzeuge durch das Stadtgebiet, um die Pflanzen zu wässern“, ergänzt sein Stellvertreter Hans Herbers in einem Gespräch mit der Redaktion.

Dabei orientieren sich die Mitarbeiter an einer Liste, an welcher Stelle welche Pflanzen zu versorgen sind. „In erster Linie sind das Neuanpflanzungen“, erläutert Schulte. „Die leiden am ärgsten unter der Hitze, weil sie noch nicht die entsprechenden Wurzeln gebildet haben, um sich eigenständig mit Nährstoffen aus dem Boden zu versorgen. „Rasen dagegen ist sehr widerstandfähig, der wird sich in der Regel von alleine regenerieren“, ist Schulte optimistisch.

Junge Pflanzen

Das wird im Emsauenpark besonders deutlich. Dort wurden 2016 allein 175 Bäume neu gepflanzt. Später kamen noch weitere hinzu. Selbst in der vergangenen Woche wurden noch Bäume im Zuge von Baumaßnahmen an der Rheiner Straße entfernt und dorthin umgepflanzt. Mindestens zweimal pro Woche ist Bernhard Vehring vom Bauhof hier mit einem großen umgebauten Güllefass, gezogen von einem Trecker, vor Ort und versorgt die jungen Anpflanzungen mit Wasser. An jedem Baum wird kurz angehalten, die Pflanzumrandung gefüllt und schon geht‘s weiter zum nächsten Baum.

Wasser kommt aus Brunnen

5000 Liter fasst der Tank, den er viermal täglich am Bauhof auffüllt. Dabei handelt es sich um Brunnenwasser, auf das der Bauhof zurückgreifen kann. „Kurz nach dem Umzug vor zwölf Jahren vom Langschmidtsweg an den heutigen Standort hinter den Stadtwerken haben wir den Brunnen erhalten“, berichtet Hans Herbers, der sich freut, auf diese Weise jede Menge Trinkwasser einzusparen.

Zwei Fahrzeuge im Einsatz

Neben dem Treckergespann ist noch ein Schmalspurfahrzeug im Einsatz. Hier sitzt Reinhard Both hinter dem Lenkrad. Sein Aufgabenbereich liegt in den nicht so leicht zugänglichen Gebieten, wie beispielsweise dem Amtsgerichtpark. Hier passt das Gefährt sogar durch den schmalen Torbogen. Mit der Erfahrung von mehr als 30 Jahren beim Bauhof weiß Both genau, wo es in der Stadt Pflanzkübel oder -beete gibt, die Wasser brauchen oder wo etwas neu angepflanzt wurde. Hinter dem Amtsgericht sind es junge Apfelbäume, die während des Äpfelprojektes ihren Platz gefunden haben. In der Kivelingstraße brauchen die Begonien eine frische Dusche und beim Finanzamt sind es die Geranien. Sein kleines Fahrzeug kann 2000 Liter Wasser fassen. Auch er fährt im Schnitt vier mal am Tag zum Auffüllen, sodass am Ende eines Arbeitstages rund 30.000 Liter Wasser im Stadtgebiet verteilt wurden.

Pflanzen wachsen langsamer

Für die Mitarbeiter des Bauhofs beginnt in diesen heißen Tagen die Schicht bereits eine Stunde früher. Sie fangen bereits ab 6 Uhr an, die städtischen Beete von Unkraut zu befreien oder eben zu wässern. Für sie endet die Arbeit dann um 15 Uhr. „Überstunden fallen aktuell noch nicht an“, erklärt Christian Schulte. Es sei eher eine Verschiebung. Bei der Witterung müsse auch weniger gemäht werden, weil die Pflanzen einfach nicht so schnell wachsen. Und sollten die Wettervorhersagen zutreffen, wird das wohl noch mindestens bis zum Ende des Monats so bleiben.


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