Teure Ausbildung ein Problem Meyering in Lingen kann „sofort zehn Busfahrer einstellen“

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Lingen. Einen umfassenden Einblick in die Meyering-Unternehmensgruppe mit Sitz in Lingen-Schepsdorf hat Inhaber Hermann Meyering rund 30 Gästen gegeben, die bei einer CDU-Ferienaktion den Betrieb besuchten.

Nach Angaben von Meyering sind in den nahezu fertiggestellten Neubau der Betriebsstätte in Schepsdorf mit Verwaltungsgebäude, Werkstatt, Hallen, Tankstelle und Waschanlage bislang acht Millionen Euro investiert worden. Das Land unterstützte das Projekt mit Mitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Die genaue Summe der Fördermittel nannte der Unternehmer nicht.

Althusmann zur Einweihung eingeladen

Ein Brand am 17. November 2010, dessen Ursache auf einen technischen Defekt zurückzuführen ist, hatte mehrere Busse zerstört und einen Millionenschaden angerichtet. Der Termin für die Einweihung des Neubaues steht noch nicht fest. Meyering hofft darauf, dass der niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann daran teilnehmen wird.

Konsequenten Wachstumskurs eingeschlagen

Der 56-Jährige machte deutlich, dass sich das 1930 gegründete Familienunternehmen nur deshalb am Markt behaupten kann, weil es einen konsequenten Wachstumskurs eingeschlagen hat. Präsent ist die Unternehmensgruppe heute neben dem Firmensitz in Lingen auch in Wietmarschen-Lohne, Emsbüren, Leer, Oldenburg, Osnabrück, Dortmund, Essen (NRW) und Kirchhain.

Fuhrpark hat einen Wert von 20 Millionen Euro

Der Fuhrpark besteht aus 150 Fahrzeugen, die sich in Linien- und Reisebusse sowie einige Kleinbusse aufteilen. „Alle Busse zusammen erbringen eine Fahrleistung von rund fünf Millionen Kilometer im Jahr“, betonte Meyering. Den Wert des Fuhrparks bezifferte er mit rund 20 Millionen Euro. „Wir befördern jährlich rund 1,8 Millionen Fahrgäste im Nah- und Reiseverkehr“, hob der Unternehmer hervor.

350 Mitarbeiter

Fast alle 350 Mitarbeiter sind nach seinen Worten fest angestellt. Ein großes Problem seien der Mangel an Busfahrern und die hohen Kosten von bis zu 10.000 Euro für den Erwerb des Busführerscheins. „Ich könnte sofort zehn Busfahrer einstellen“, sagte der 56-Jährige.

„Branche im Würgegriff von unsinnigen Auflagen“

Meyering verwies darauf, dass der Unternehmensgruppe in einem hart umkämpften Markt gelungen sei, Reisen zu Zielen in ganz Europa anzubieten, „von Schottland bis nach Sizilien und von Santiago de Compostela bis nach Moskau oder zum Schwarzen Meer“. Anhand einer Fotomontage, die einen Bus im Würgegriff einer überdimensionalen Schlange zeigt, machte der 56-Jährige deutlich, dass die Politik der Branche das Leben durch unsinnige Auflagen schwer mache. „Die Kleinstaaterei in Europa ist ein großes Problem. Wenn unsere Fahrer mehrere europäische Länder durchqueren, müssen sie einen Aktenkoffer randvoll mit Papieren mitnehmen.“

„Wir stehen zur Region“

Trotz aller Probleme lasse er sich aber nicht entmutigen: „Ich bin und bleibe Busunternehmer aus Leidenschaft.“ Er äußerte die Hoffnung, dass eines Tages seine Töchter den Familienbetrieb weiterführen. „Wir stehen zur Region und hoffen, dass die Region auch zu uns steht“, warb Meyering um Unterstützung.

„Wir brauchen mehr Europa“

Der Lingener CDU-Landtagsabgeordnete Christian Fühner unterstützte ausdrücklich Meyerings Forderung nach einheitlichen europäischen Regelungen. „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa“, sagte der CDU-Politiker. Der stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Hegemann unterstrich, dass die Politik endlich damit anfangen müsse, den Mittelstand von bürokratischen Hürden zu entlasten.


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