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18.07.2018, 17:53 Uhr KOMMENTAR

Kosten für Wohnheime: Eine Lösung mit dem Kreis suchen

Kommentar von Thomas Pertz

Mitarbeiter der Stadtentwässerung und des Tiefbaus der Stadt werden am Jahresende das leerstehende mobile Wohnheim am Langschmidtsweg nutzen. Foto: Caroline TheilingMitarbeiter der Stadtentwässerung und des Tiefbaus der Stadt werden am Jahresende das leerstehende mobile Wohnheim am Langschmidtsweg nutzen. Foto: Caroline Theiling

Lingen. Die Umnutzung der beiden mobilen Flüchtlingsheime in Lingen ist zu begrüßen. löst aber nicht das Defizitproblem bei den Leerstandskosten – ein Kommentar.

Mit der Umnutzung von zwei mobilen Wohnheimen für Flüchtlinge in Lingen gelingt der Stadtverwaltung zweierlei: Die frei gewordenen Räume werden sinnvoll weitergenutzt. Gleichzeitig verringern sich die sogenannten Leerstandskosten. Beides ist sicherlich zu begrüßen. Was den eingesparten Kostenanteil anbelangt, können diese Maßnahmen aber das in Lingen für das Jahr 2018 prognostizierte Minus von einer Million Euro bei Weitem nicht ausgleichen.

Was ist zu tun? Einfach weitere der mobilen Häuser wegen freier Plätze zu schließen und für andere Zwecke zu nutzen, funktioniert nicht. Die mobilen Wohnheime in Lingen haben sich bei der Unterbringung von Flüchtlingen bewährt, weil sie schnell und flexibel ein Dach über den Kopf ermöglichen. Wie sich die Flüchtlingszahlen künftig entwickeln werden, kann ohnehin niemand voraussehen. Auch aus baurechtlichen Gründen kann nicht jeder Wohnheim-Standort anderen Zwecken dienen.

Eine deutliche Reduzierung der Leerstandskosten wird nur dann zu erreichen sein, wenn der Lingener Verwaltungsspitze in den Gesprächen mit dem Landkreis nach den Sommerferien eine für beide Seiten akzeptable Lösung gelingt. Wenn nicht, ist eine beträchtliche Deckungslücke auch für 2019 und die folgenden Jahre zu befürchten. Die Kritik daran würde im Stadtrat dann wohl kräftiger ausfallen als bislang. Zu Recht.


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