Hohe Leerstandskosten Zwei Flüchtlingsheime in Lingen werden künftig anders genutzt

Von Thomas Pertz

Geschlossen sind derzeit die mobilen Wohnheime für Flüchtlinge am Langschmidtsweg (Foto) und an der Brookstraße. Sie werden künftig anders genutzt. Foto: Caroline TheilingGeschlossen sind derzeit die mobilen Wohnheime für Flüchtlinge am Langschmidtsweg (Foto) und an der Brookstraße. Sie werden künftig anders genutzt. Foto: Caroline Theiling

Lingen Die mobilen Wohnheime am Langschmidtsweg in Reuschberge und in der Brookstraße im Gauerbach werden nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Dies erklärte Lingens Erster Stadtrat Stefan Altmeppen im Gespräch mit der Redaktion.

Wie berichtet, sind die elf mobilen Wohnheime, die über das Stadtgebiet verteilt und unterschiedlich groß sind, nicht mehr ausgelastet. Dies hatte in der Ratssitzung vor der Sommerpause zu einer Debatte im Lingener Stadtrat geführt. Die sogenannten Leerstandskosten summieren sich bei der Stadt Lingen bis zum Jahresende auf rund eine Million Euro. Die überplanmäßige Ausgabe wurde im Rat gegen die Stimmen von Grünen und Bürgernahen genehmigt. Die Stadt hatte die mobilen Häuser 2016 für einen Zeitraum von fünf Jahren geleast. Was danach mit ihnen geschieht, ist derzeit noch völlig offen.

Stadtmitarbeiter am Langschmidtsweg

Wie Erster Stadtrat Altmeppen erläuterte, wird das Gebäude neben der Lingener Tafel am Langschmidtsweg, das bislang Platz für 30 Flüchtlinge bot, künftig von 15 Mitarbeitern der Stadtentwässerung und des Fachbereichs Tiefbau genutzt. Für Letzteren hat die Verwaltung derzeit Büroräume der Stadtwerke an der Waldstraße angemietet. Diese haben nach Angaben von Altmeppen aber nun Eigenbedarf angemeldet und benötigen die Räume selbst. Der Umzug in das mobile Heim ist nach seinen Angaben zum Jahresende vorgesehen. Dies werde natürlich keine Dauerlösung für die Beschäftigten dort sein, betonte der Erste Stadtrat. Andere Möglichkeiten könnten sich langfristig durch die Nutzung des Rathausnebengebäudes ergeben.

Christophorus-Werk an der Brookstraße

Ebenso wie das Gebäude am Langschmidtsweg steht auch das mobile Wohnheim an der Brookstraße im Gauerbach mit 30 Plätzen leer. Dieses habe das Christophorus-Werk übernommen, um Übernachtungsmöglichkeiten für auswärtige Auszubildende anbieten zu können, sagte Altmeppen. Die Zahl der mobilen Wohnheime für Flüchtlinge in Lingen reduziert sich damit von elf auf neun und die der freien Plätze dort von 150 Ende Juni auf nunmehr etwa 90. Flüchtlinge, die bislang am Langschmidtsweg oder an der Brookstraße untergebracht waren, wurden auf andere mobile Häuser verteilt oder konnten Wohnungen in der Stadt beziehen.

Neben der Reduzierung der Plätze würde dadurch auch eine Verringerung der Leerstandskosten erreicht, sagte Altmeppen. Diese führt seionen Worten zufolge aber nicht zu einer deutlichen Verringerung des Defizits. Das Thema Leerstandskosten hatte in der Sitzung des Stadtrates deutliche Kritik von Bürgernahen und Grünen an der Verwaltung hervorgerufen, während die CDU vor allem den Landkreis Emsland in der Pflicht sah. Gespräche mit dem Landkreis zum Thema Beteiligung an den Leerstandskosten sollen, so Altmeppen, nach der Sommerpause stattfinden.

Er hatte in der Ratssitzung der Darstellung widersprochen, dass gesunkene Flüchtlingszahlen die Kostenentwicklung vorhersehbar gemacht hätten. Tatsächlich würden sich, so der Erste Stadtrat in der Junisitzung, mit 1459 Flüchtlingen über 100 mehr in der Stadt befinden, als noch vor zwei Jahren. Sie könnten aber eben unter bestimmten Umständen, dazu gehöre die Dauer des Aufenthaltes oder eine Veränderung ihres Status‘ als Flüchtlinge, auch außerhalb der mobilen Heime Wohnungen in Lingen anmieten.

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