Auftritt mit Model Anna Hiltrop Nach Krebsdiagnose: Münnigbürenerin auf dem Catwalk

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Zwei Jahre lang stand das Leben von Stephanie Dall auf der Kippe. 2015 erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Mittlerweile ist sie geheilt, sie hat den Krebs besiegt. Foto: Julia MauschZwei Jahre lang stand das Leben von Stephanie Dall auf der Kippe. 2015 erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Mittlerweile ist sie geheilt, sie hat den Krebs besiegt. Foto: Julia Mausch

Lingen. Zwei Jahre lang stand das Leben von Stephanie Dall auf der Kippe. 2015 erhielt die damals 28-Jährige die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs. Mittlerweile ist sie geheilt, sie hat den Krebs besiegt. Ein neuer Lebensabschnitt liegt vor ihr – und zu dem gehört ein Auftritt auf dem Catwalk.

Es war im September 2015, als die Münnigbürenerin ihre Brust abtastete. Sie spürte mehrere Knubbel. Stephanie Dall kannte sie, war wegen ihnen längst beim Arzt gewesen. Nicht weiter auffällig, lautete die erste Diagnose. Die Knubbel in der Brust waren also nicht außergewöhnlich, doch eines war an diesem Septembertag neu – der Schmerz. Sobald Stephanie Dall ihre Brust berührte, durchflutete ein unangenehmes Gefühl den Körper. Sie ging erneut zum Arzt, die Wölbungen wurden untersucht. Diagnose: Brustkrebs. (Weiterlesen: Zwischen Himmel und Erde: Münnigbürenerin besiegt Brustkrebs)

Kosmetikseminar für Krebspatientinnen

Zwei Monate nach der Diagnose fing direkt der erste Chemoblock an. Stephanie Dall fühlte sich schlecht. Zwar nahm sie durch die Kortisontabletten an Gewicht zu, Appetit hatte sie aber nie. Nach der zweiten Chemo fingen ihre Haare an auszufallen, und dann auch die Augenbrauen und die Wimpern. Damals nahm sie an einem Seminar von DKMS teil. DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) ist eine gemeinnützige Organisation. DKMS Life, Tochter der Organisation, bietet unter anderem weltweit kostenfreie Kosmetikseminare für Krebspatientinnen an. Ziel ist, Mädchen und Frauen damit Hoffnung und Lebensmut zu schenken, um sie während ihrer Therapie zu unterstützen und ihren Heilungsprozess positiv zu beeinflussen. Seit einigen Monaten ist das deutsche Model Anna Hiltrop Botschafterin von DKMS Life.

Jede Frau ist schön – das ist die Message von Topmodel Anna Hiltrop. Foto: Pia Schäfer

Hiltrop ist es auch, die Stephanie Dall nun einen Herzenswunsch erfüllen kann. Die Münnigbürenerin, bei der seit Mitte 2017 keine neuen Krebszellen mehr gefunden wurden, darf zusammen mit dem Model aus Düsseldorf am kommenden Samstag, 21. Juli, über den Catwalk der Show von Fashion Yard im Rahmen der Platform Fashion in Düsseldorf laufen. „Ich weiß, dass ich aus einer sehr oberflächlichen Branche komme. Es ist für mich jedoch eine Herzensangelegenheit zu zeigen, dass man dieses oberflächliche Äußere auch mit inneren Werten verbinden kann“, sagt Anna Hiltrop, die ihrer Aussage nach bereits einige Male in ihrem engen Umfeld erleben musste, was es bedeutet, Krebs zu haben und wie Menschen dadurch ihren Lebensmut verlieren können. „ Jede Frau weiß, dass sie sich mit einem tollen Styling automatisch ganz anders und besser fühlt. Und positive Gefühle und Gedanken stärken jeden Menschen.“

Auf Einladung von Karl Lagerfelds Büro nach Paris

Damit bei ihrem Auftritt alles glatt läuft, gibt es für Stephanie Dall Model-Training. Das Styling folgt am Samstag: Frisur und Make-up, ein stylishes Outfit sowie einen Auftritt auf dem roten Teppich. „Eben alles, was man sonst nur aus dem TV kennt“, sagt Anna Hiltrop, die im Februar auf der Fashion Week in Mailand über den Laufsteg lief, für den Lambertz-Kalender posiert hat und auf Einladung von Karl Lagerfelds Büro nach Paris gereist ist. „Sie soll sich fühlen wie eine Prinzessin. Wunderschön und stark.“ Und Stephanie? „Jede Narbe, egal ob psychischer oder physischer Art, erzählt eine Geschichte. Die Geschichte unseres Lebens“, sagt sie. Die gebürtige Lingenerin ist aufgeregt, aber auch voller Vorfreude: „Ich bin auch eine kleine Rampensau. Ich wollte das schon immer mal machen.“

Auch wenn für Stephanie Dall mit der Zeit das Risiko eines Rückfalls schwindet, ist die Erkrankung für sie ein steter Antreiber, die Zeit im Hier und Jetzt bewusst zu nutzen. „Ich habe gelernt, das Leben richtig zu genießen“, sagt sie.


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