2,5 Kilo Marihuana sichergestellt Drogen in Lingen verkauft – Haftstrafe für 22-Jährigen

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Seinen Lebensunterhalt und seine eigene Sucht finanzierte der 22-jährige Verurteilte mit dem Verkauf von Drogen. Symbolfoto: Arne Immanuel Bänsch/dpaSeinen Lebensunterhalt und seine eigene Sucht finanzierte der 22-jährige Verurteilte mit dem Verkauf von Drogen. Symbolfoto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

Lingen. Zwei Jahre und einen Monat Haft hat das Schöffengericht des Amtsgerichts Lingen gegen einen 22-jährigen Mann verhängt, der wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Abgabe von Marihuana an Minderjährige verurteilt wurde. Die Verteidigung hatte auf ein Strafmaß unter zwei Jahren und einer Strafaussetzung zur Bewährung plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Rund 2,5 Kilo Marihuana, etwa 50 Gramm Kokain, fünf Ecstasy-Tabletten, 3300 Euro, eine Feinwaage und eine Geldzählmaschine hat die observierende Polizei im Oktober 2017 unter anderem in einem Pkw sowie in der Lingener Wohnung des Angeklagten sichergestellt. Der vorbestrafte 22-jährige, der in dieser Sache bereits einen Monat in Untersuchungshaft saß,  räumte jetzt vor Gericht voll umfänglich ein, dass ein Großteil des Rauschgifts zum gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmt gewesen sei, um den eigenen Drogenkonsum finanzieren zu können. Er gestand zudem, eine zum Tatzeitpunkt 17-jährige Internetbekanntschaft an seinem Joint habe ziehen lassen.

Lebensunterhalt mit Drogenverkauf finanziert

Mit 18 Jahren etwa habe er mit dem Kiffen begonnen, mit 20 Jahren habe er bereits täglich Marihuana konsumiert, berichtete der Angeklagte von seiner Drogenbiografie. Ab und an habe er auch Kokain und Ecstasy ausprobiert. Nachdem er mehrere Ausbildungen abgebrochen und kein Arbeitslosengeld mehr erhalten habe, habe er schließlich damit begonnen, seinen Lebensunterhalt und seinen Konsum mit dem Verkauf vorwiegend von Marihuana zu finanzieren.

Kann Angeklagter Strafvollstreckung selbst verhindern?

„Eine Drogentherapie würde mir sicher gut tun, aber eigentlich habe ich das schon im Griff“, verwies der 22-jährige darauf, dass er mittlerweile wieder in Ausbildung sei und zum ersten Mal wirklich gerne zur Arbeit gehe.

Mit dem Urteil erhielt der Angeklagten „keine Vorschusslorbeeren“, das Gericht appellierte hingegen an ihn, seine Drogenprobleme zu erkennen und diese im Rahmen einer Therapie in den Griff zu bekommen.

Bei einer möglichen Anrechnung der einmonatigen Untersuchungshaft könne der 22-jährige so eventuell selbst verhindern, dass es zu einer Strafvollstreckung komme.


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