Natürlicher Prozess beim Wachstum Platanen in Lingen „häuten sich“

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Lingen. Sind die Platanen in Lingen etwa von einer Krankheit befallen? Sei es in der Burgstraße, am Marktplatz oder am Konrad-Adenauer Ring: Die Bäume stoßen ihre Borke ab, als würden sie sich häuten.

Kein Grund zur Besorgnis: Etwa alle drei Jahre ist dies ein natürlicher Prozess des Baumes, der unter den einheimischen Baumarten der einzige mit dieser Besonderheit ist. „Die Platane stößt ihre Borke aufgrund des Dickenwachstums ab“, erklärt Hans Herbers vom Bauhof der Stadt Lingen auf Anfrage der Redaktion.

Der Stamm nimmt also an Durchmesser zu und wächst sozusagen aus seiner „alten Haut“ heraus. Vergleichen lässt sich dieser Prozess mit der Häutung einer Schlange, wirft die Platane ihre Borke doch schuppenartig ab. „Direkt unter der alten Rinde hat sich schon eine neue gebildet. Sie benötigt dann noch etwas Zeit, um auszuhärten“, führt Herbers seine Erklärung aus.

Gefahrenzonen öfter säubern

Diese werden regelmäßig von Angestellten des Bauhofes entfernt. In der Regel würden sie bei jeder Säuberung aufgesammelt. „Öfter tätig werden müssen wir allerdings um das Café Heilemann am Marktplatz und in Gefahrenzonen“, sagt Herbers. Mit den Gefahrenzonen seien die Bereiche gemeint, in denen sich die Borke behindernd für den Straßenverkehr auswirken kann. In Grünanlagen hingegen könne die „alte Haut“ des Baumes problemlos etwas länger liegen. Sie diene während der Verrottung sogar als natürlicher Dünger.

Gefährliche Wurzeln

Herbers erklärt außerdem, dass in Lingen bereits einige Platanen entfernt werden mussten, da ihre Wurzeln eine Gefahr darstellten: „Sie waren insofern gefährlich, als dass sie in einigen Fällen die unterirdischen Gasleitungen beinahe umschlossen und beschädigt hätten.“ Im Mai 2016 waren 16 Bäume gefällt worden, die Leitungen gefährdeten, weitere folgten nach Auftstellung eines Maßnahmenkatalogs.

Früchte fallen im Winter

Trotz aller natürlicher Prozesse: In diesem Jahr bezeichnet Herbers das Abstoßen der alten Borke als auffällig. Dies liege wahrscheinlich an den warmen Temperaturen und nicht zuletzt an der Trockenheit. Bereits in anderen Städten Deutschlands ist zudem ein sehr früher Fruchtstand des Baumes festgestellt worden. „Die Platane beginnt bereits jetzt ihre Früchte zu bilden, die dann im Winter abgeworfen werden. Die Früchte sind etwa wallnussgroß und öffnen sich beim Herabfallen“, berichtet Herbers. Insgesamt begünstigte die feuchte Witterung im Frühjahr aber das Wachstum der Platanen in Lingen und in ganz Deutschland.


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