Vier Fälle innerhalb weniger Tage Mehrere Radmuttern von Unbekannten in Lingen gelöst

Von Wilfried Roggendorf

Am linken Vorderrad des Opels Zafira von Christian Eilers wurden bereits zum zweiten Mal alle fünf Radmuttern gelöst. Symbolfoto: imago/photothekAm linken Vorderrad des Opels Zafira von Christian Eilers wurden bereits zum zweiten Mal alle fünf Radmuttern gelöst. Symbolfoto: imago/photothek

Lingen. Es muss ein Albtraum für jeden Autofahrer sein, während der Fahrt auf der Autobahn ein Rad zu verlieren. Genau dies wäre es jetzt fast dem Lingener Diakon Christian Eilers passiert: Unbekannte haben die fünf Radmuttern des linken Vorderrades gelöst. Und Eilers ist nicht der einzige Betroffene in Lingen.

In der Nacht zum Samstag, 30. Juni, lösten Unbekannte die Radmuttern an einem in der Brunnenstraße abgestellten Fiat Picanto. Die Besitzerin bemerkte während der Fahrt Geräusche und stoppte. Eine gute Woche später, in der Nacht zum Dienstag, 10. Juli, kam es im Eibenweg zu einem ähnlichen Vorfall an bei einem Fiat Punto.

Starke Vibrationen auf der Autobahn

Und nun Eilers – und dies gleich zwei Mal: „Ich war zehn Tage im Zeltlager, musste aber am Samstag, 7. Juli, zwischendurch zurück nach Lingen“, berichtet der Diakon. Schon beim Wegfahren aus dem Zeltlager habe er ein komisches Gefühl gehabt, dies aber auf andere Ursachen wie den Straßenzustand geschoben. „Auf der A31 gab es dann so starke Vibrationen, dass ich praktisch kaum noch weiterfahren konnte“, erinnert sich Eilers. Auf dem Standstreifen mit eingeschalteter Warnblinkanlage habe er sich bis zur Ausfahrt Lohne geschleppt. „Dort hat die Werkstatt festgestellt, dass alle fünf Radmuttern des linken Vorderrades gelöst waren“, sagt Eilers.

Eilers: Das ist kein Zufall mehr

Zunächst glaubt der Diakon an eine technische Ursache. Doch diese Vermutung zerschlägt sich am Donnerstag, 12. Juli. „An diesem Donnerstagmorgen wollte meine Frau zum Einkaufen nach Dalum fahren“, sagt der in Biene lebende Eilers. „Auch sie hat komische Geräusche während der Fahrt gehört.“ Dort sei in einer Werkstatt festgestellt worden, dass erneut alle fünf Radmuttern vorne links gelöst waren. „Das ist kein Zufall mehr. Ich gehe davon aus, dass dies jemand mutwillig gemacht hat“, sagt Eilers.

Radmutterschlüssel im Beifahrerfußraum

Doch wer könnte es gewesen sein? „Ich kann mir darauf keinen Reim machen, wer mir solch Böses will. Ich bin doch nicht so interessant, dass mich jemand auf diesem Wege mundtot machen will“, sagt der Diakon. „Da muss jemand krankhaft und abgebrüht dazu sein“, vermutet Eilers, bei dem der Radmutterschlüssel jetzt seinen Platz im Beifahrerfußraum gefunden hat.

Wut im Bauch

„Ich habe eine Menge Wut im Bauch und bin schockiert“, beschreibt Eilers seine derzeitige Gefühlslage. Nicht nur er, seine ganze Familie und auch andere Verkehrsteilnehmer würden durch solche Taten gefährdet. „Das ist keine Bagatelle mehr, sondern eine klare Straftat.“ Eilers hat den Vorfall auf seiner Facebookseite veröffentlicht. „Vielleicht passen jetzt alles etwas auf“, hofft der Diakon.

Polizei ermittelt

Die Polizei hält es für ungewöhnlich, dass das Lösen von Radmuttern in den letzten Wochen so gehäuft auftritt. „Wir ermitteln natürlich auch dahingehend, ob da ein Zusammenhang besteht“, erklärte eine Sprecherin. Den nächsten Fall wird sie wohl in Kürze aufnehmen. „Nachdem ich die Geschichte auf Facebook gepostet hatte, hat sich bei mir eine weitere Familie gemeldet, der das Gleiche passiert ist“, berichtet Eilers. Er habe geraten, ebenfalls Anzeige zu erstatten. Zeugen der Vorfälle werden gebeten, sich bei der Polizei Lingen unter Tel. 0591/87-0 zu melden.