Mexiko beim WKT 2018 in Lingen Großes Stück mit wenig Requisiten gespielt

Von Peter Löning

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Lingen. In der bis an den Rand gefüllten Halle IV ist die letzte der Vorstellungen des Welt-Kindertheater-Festes der mexikanischen Delegation vorbehalten.

Mit einer zuckersüß dargebotenen und herzlich gespielten Verwechslungsgeschichte widmen sich die Kinder einem doch ernsten Thema, der ungleichen Erziehung von Jungen und Mädchen: Jungen gehen in die Schule, Mädchen helfen im Haushalt. Weit gefehlt, wer das Thema in Europa für überwunden hält.

Vertauschte Rollen

In der Geschichte trifft es die Zwillinge Flor und Faustino, die alles zusammen machen, auch nicht auseinanderzuhalten sind, außer eben es sind Junge und Mädchen. Nach seinem sechsten Geburtstag darf nur Faustino zur Schule gehen. Kurzerhand vertauschen die beiden ihre Identitäten. Und so geht mal er, mal sie, bis die Mutter ihnen dann doch auf die Schliche kommt.

Drei-Personen-Stück

Es ist enorm, wie hier mit sparsamen Mitteln gearbeitet wird, Requisiten einfach nur auf Pappe gemalt dennoch ihren Zweck lebensecht erfüllen. Das Haus der Familie ist nur im Grundriss auf den Bühnenboden gemalt, das Fenster, aus dem gelegentlich schlechtes Essen herausgespuckt wird, sind ebenfalls nur zwei Pappteile, Sims und Gardine. Auch der Erzähler des Stücks, der große Bruder der beiden Kinder wechselt seine Rolle zur Mutter, indem er einfach seinen Hosenlatz zur Schürze herunterklappt.

Mit viel Witz gespielt

Als besonderer Gag in dem Drei-Personen-Stück wird Faustino zwischendurch durch einen anderen Jungen ersetzt, eine weitere Verwechslung also. Das mit viel Witz gespielte Stück hat sich der starken Bilder wegen trotz des zumeist spanischen Textes auch weniger Sprachkundigen zweifelsfrei erschlossen. Ganz toll gemacht. Muchas gracias!


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