Reststrommengen übertragbar Lingener Kernkraftwerk bleibt wie vorgesehen bis 2022 am Netz

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Das Kernkraftwerk Emsland in Lingen bleibt wie vorgesehen bis 2022 am Netz. Foto: RWEDas Kernkraftwerk Emsland in Lingen bleibt wie vorgesehen bis 2022 am Netz. Foto: RWE

wrog Lingen. Das Kernkraftwerk Emsland (KKE) in Lingen kann wie geplant bis zum 31. Dezember 2022 Strom produzieren. Der Deutsche Bundestag hat einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, der dies verhindert hätte, am Donnerstag , 28. Juni 2018, abgelehnt.

Die Grünen wollten das Atomgesetz dahin gehend geändert haben, dass eine weitere Übertragung von Reststrommengen stillgelegter auf weiterlaufende Kernkraftwerke im Netzausbaugebiet untersagt wird. Als Reststrommenge wird der Strom bezeichnet, den ein Atomkraftwerk bis zu seiner Stilllegung produzieren darf. Innerhalb des große Teile Norddeutschlands umfassenden Netzausbaugebietes soll die Stromproduktion durch Windkraft gefördert werden, indem herkömmliche Kraftwerke weniger Strom ins Netz einspeisen. In diesem Gebiet liegt auch das KKE.

Reststrommenge für Lingen aus Mülheim-Kärlich

Für das Lingener Kraftwerk standen am 31. Dezember 2017 noch 33,73 Terrawattstunden (TWh) zur Verstromung zur Verfügung. „Mit dieser derzeit verfügbaren Reststrommenge und einer noch durchzuführenden Übertragung von weiteren 22 TWh ist es möglich, die Anlage bis Ende 2022 sicher zu betreiben“, erklärte eine Sprecherin des Betreibers RWE. Die Übertragung soll aus dem Kontingent des Kernkraftwerkes Mülheim-Kärlich erfolgen. Dieses war nach nur 30 Monaten Betriebszeit wegen Fehlern im Baugenehmigungsverfahren bereits 1988 vom Netz genommen worden.

Antrag der Linksfraktion betrifft ANF

Abgelehnt hat der Bundestag außerdem einen Entschließungsantrag der Fraktion der Linken. In diesem hatte die Partei die Bundesregierung aufgefordert, unverzüglich einen Gesetzentwurf zur Stilllegung von Anlagen zur Kernbrennstoffversorgung, insbesondere der Urananlagen in Gronau und Lingen, vorzulegen. In dem Gesetzentwurf sollte auch eine Regelung aufgenommen werden, die es ermöglicht hätte, Exporte von Kernbrennstoff für Atomreaktoren im Ausland rechtlich zweifelsfrei zu untersagen. Ein solches Gesetz würde das Aus für die Brennelementefabrik ANF in Lingen bedeutet.


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