Schnäppchen bei bestem Wetter Kinder machen gute Umsätze auf dem Lingener Flohmarkt

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Lingen. „Wo ist Mama denn, ich hab ganz doll Hunger?“, jammert Nils, einer der Nachwuchshändler auf dem Lingener Kinderflohmarkt, der traditionell immer am ersten Tag der Sommerferien in Lingen stattfindet und und bereits um 7 Uhr beginnt.

So ganz munter blitzen seine Äugelchen noch nicht. „Ich musste ja auch schon ganz früh aufstehen.“ Und das stimmt, wer einen günstigen und schattigen Platz ergattern wollte, der tat gut daran, bereits um 6 Uhr seinen Verkaufstand aufzubauen. Wohltuend fiel auf, dass sich tatsächlich keine berufsmäßigen Händler unter das kleine Volk gemischt hatten. Auffallend, dass etliche Erwachsene schon gleich zu Beginn des Marktes unterwegs waren und überwiegend Spiele eingekauft haben. Egal, Geschäft ist Geschäft, und nicht umsonst standen viele Mütter ihren Kindern bei den Verkaufsgesprächen zur Seite.

„Ich verkaufe meine Autos für zehn Cent, die sollen alle weg“, meinte ein kleiner Händler, der nicht davon zu überzeugen war, dass sein Geschäft auch laufen würde, wenn er den Preis auf 20 Cent hochzöge.

Man konnte schon feststellen, dass in den Kinderzimmern mächtig aufgeräumt worden war, zum Beispiel auf den Bücherregalen. Bilderbücher, Kindergeschichten und kleine Wissensbücher konnten für einen „Appel und ’nen Ei“ gekauft werden. Die große Bellestristik-Schreiberin Charlotte Link ereilte dieses Schicksal ebenfalls. Ihre zahlreichen Romane überlagerten geradezu den Markt. Zu den Außenseitern, die von Kennern frequentiert wurden, zählten die Angebote von Lego Star-Wars-Sets, die bereits zusammengebaut waren und schon in den ersten zwei Stunden ihre Abnehmer fanden.

Heißbegehrt waren auch landwirtschaftliche Fahrzeuge, für die sich, wen wundert es, besonders die älteren Männer interessierten.

Eine Mutter versuchte, ihrem Sohn den preisgünstigen Lerncomputer schmackhaft zu machen. Sie lobte ihn bis über den Klee, aber Sohnemann biss nicht an. Vom Lernen wollte er wohl momentan nichts mehr wissen, was man auch verstehen konnte. Da war das Skateboard schon interessanter.

Bei den Klamotten ging es etwas ruhiger zu. Fußballutensilien und auch eine Badehose wechselten die Besitzer. Wer sich, motiviert durch das Welt-Kindertheater-Fest, jetzt für das Theater, das Spielen mit Figuren interessierte, dem wurde ein Paket mit „Kasperlefiguren“ angeboten. Etliche Einhörner mussten die rosaroten Mädchenzimmer verlassen, ebenso wie etliche Lillifees mit ihrem Glitzerkram und Kuscheltiere, die sicher ein neues Zuhause gefunden haben.

Fiona, Finja und Max hatten mal tüchtig ihre Schränke „ausgemistet“ und warteten nun auf ihre Kundschaft.

Auch Collin und Mara hatten ihre Zimmer durchforstet und boten alles an, worauf sie in Zukunft gut verzichten konnten. Schließlich wollten sie ja auf dem Flohmarkt ein bisschen Geld verdienen.

Auch Mütter waren ausgeschwärmt, um für ihre Babys günstig einzukaufen, seien es Strampler, Krabbeldecken oder Jäckchen gewesen, die in adrettem Zustand offeriert wurden.

Wer morgens noch in aller Ruhe durch die Reihen und die angrenzenden Straßen schlendern konnte, hatte kurze Zeit später schon Probleme, an die Tische heranzukommen.

„Reich wird man hier natürlich nicht. Aber die Kinder verdienen ein paar Euro, und wir treffen auf dem Flohmarkt mal wieder Hunz und Kunz und meistens haben wir schönes Wetter “, war der Tenor vieler Mütter.


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