Alkohol in der Schwangerschaft 12.000 Euro für FASD-Gruppe in Lingen überreicht

Von Felix Reis

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Einen symbolischen Scheck über 12.000 Euro überreichte Heinz-Gerd Evers von der DAK Lingen (l.) an die Bundesvorsitzende der Selbsthilfegruppe FASD, Gisela Michalowski. Foto: Felix ReisEinen symbolischen Scheck über 12.000 Euro überreichte Heinz-Gerd Evers von der DAK Lingen (l.) an die Bundesvorsitzende der Selbsthilfegruppe FASD, Gisela Michalowski. Foto: Felix Reis

Lingen. Die Krankenkasse DAK Gesundheit unterstützt die Selbsthilfegruppe FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) Deutschland mit 12.000 Euro.

Den Scheck übergab jetzt Heinz-Gerhard Evers von der DAK-Gesundheit Lingen an Gisela Michalowski aus Lingen. Sie ist die Bundesvorsitzende der FASD-Selbsthilfegruppe. Krankenkassen sind seit 2008 dazu verpflichtet, gesundheitsbezogene Selbsthilfe mit einem gesetzlich festgelegten Betrag in Höhe von 1,08 Euro pro Versichertem zu fördern.

Wochenendseminar für Betroffene

„Mit der Förderung der Krankenkasse können wir in diesem Jahr zum dritten Mal ein Wochenendseminar für Betroffene in Fulda veranstalten“, freute sich Gisela Michalowski. Mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft sei eine häufige Ursache für angeborene Fehlbildungen, geistige Behinderungen, hirnorganische Beeinträchtigungen, Entwicklungsstörungen und extreme Verhaltensauffälligkeiten. Alle Formen dieser vorgeburtlichen Schädigungen werden unter dem Begriff FASD zusammengefasst. FASD kann sich in seiner Ausprägung sehr unterschiedlich darstellen, was die Diagnostik oft erschwert. Kinder mit FASD sind für ihr gesamtes Leben geschädigt, wobei die größten Probleme oft in der Bewältigung des Alltags liegen. Ein normales Leben in der Gesellschaft ist nur den wenigsten Jugendlichen und Erwachsenen mit FASD möglich.

„Aufklären, beraten und helfen“

„Wir sind ein Zusammenschluss von Adoptiveltern, Pflegeeltern, leiblichen Eltern und anderen an FASD interessierten und von FASD betroffenen Menschen“, sagte die FASD-Bundesvorsitzende. Das Ziel sei es, über FASD aufzuklären, zu beraten und zu helfen sowie die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Sie konnte die Selbsthilfegruppe auf einer Veranstaltung in Kanada vorstellen und erntete viel Zuspruch. „Im Moment überlegen wir, inwieweit eine Art Pass mit Symptomen und Erklärungen der Krankheit den Betroffenen im Alltag helfen könnte“, erläuterte Michalowski. Heinz-Gerd Evers versprach zu prüfen, ob die DAK Gesundheit hier unterstützen könne.

„Selbsthilfe sinnvoll“

Nach einer aktuellen Studie sehen 90 Prozent der Deutschen die Selbsthilfegruppen als sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Behandlung. „Zum Gesundwerden und Gesundbleiben ist der Erfahrungsaustausch untereinander sehr wichtig“, sagte Evers. „Für uns ist die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe mehr als nur eine gesetzliche Aufgabe“, ergänzte er.


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