Kruse: Schlechtestes Stück Über 200 Zuschauer sehen deutsches WM-Aus beim WKT Lingen

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Lingen. Das schlechteste Stück des Welt-Kindertheater-Festivals (WKT) in Lingen ist laut Rudolf Kruse, Fachbereichsleiter Kultur der Stadt, nicht auf der Bühne des Theaters an der Wilhelmshöhe aufgeführt worden. Für ihn war es das Public Viewing bei der 0:2-Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Südkorea auf der Open Stage des WKT.

Vor Anpfiff der Partie herrschte bei Kruse – er tippte 2:0, allerdings für Deutschland – und den über 200 weiteren Zuschauern, die im Park der Lingener Wilhelmshöhe Zeuge des deutschen WM-Aus wurden, noch Optimismus. Die Kolumbianerin Marie Uribe sagte einen 2:1-Erfolg des deutschen Teams voraus. Daniel Kruse vom Fachdienst Jugend der Stadt Lingen wollte gar nach dem Schlusspfiff von seinem 3:1-Tipp für das deutsche Team überhaupt nichts mehr wissen: „Wehe, Du schreibst das“, sagte er resigniert.

WKT-Jurymitglied Gbaguidi: Schande für Deutschland

Christel Gbaguidi aus Benin, Juryangehöriger des WKT und Vorstandsmitglied des Weltverbandes für Amateurtheater, glaubte sogar an einen deutschen 3:0-Erfolg. Der 39-Jährige, er lebt seit sechs Jahren in Berlin, ist nicht nur in Sachen Kultur vom Fach. „Ich habe früher selber in den Jugendnationalmannschaften von Benin Fußball gespielt“, erklärte er. Er beurteilte das Public Viewing beim WKT als solches positiv: „Es ist eine gute Idee, einen Fußballmoment zu haben. Das WKT ist unsere Theater-WM. Das passt gut zur Fußball-WM.“ Doch eine düstere Vorahnung schien der Afrikaner trotz seines Tipps auf einen deutschen Sieg zu haben: „Die Mannschaft ist Weltmeister. Wenn sie es heute nicht zeigt, ist das eine Schande für Deutschland.“

Vorahnung bestätigt sich

Eine Vorahnung, die sich bestätigen sollte. Das erste Mal ging ein Raunen durch die Menge, als in der 19. Minute Deutschlands Torwart Manuel Neuer nach einem Freistoß der Südkoreaner den Ball nicht festhalten konnte, den Nachschuss aber dann noch zur Ecke abwehrte. Wirklich Stimmung war bis dahin angesichts der vergeblichen deutschen Angriffsbemühungen nicht aufgekommen. Regelrecht verzweifelt schlug Rudolf Kruse in der 33. Minute die Hände nach einer vergebenen deutschen Torchance über dem Kopf zusammen.

Mischung aus Verzweifelung und Wut

Es sollte nicht das letzte Mal in diesem Spiel sein. Nach der Pause hofften alle auf die zweite Halbzeit. Eine Hoffnung, die sich nicht erfüllen wollte. Mit jeder Minute wich der vorsichtige Optimismus einer immer größer werdenden Mischung aus Verzweiflung und Wut. „Ihr müsst schneller spielen“, rief Rudolf Kruse immer wieder. Rufe, die im tausende Kilometer entfernten russischen Kasan bei den deutschen Spielern nicht ankamen.

Vom grünen Rasen auf Bretter, die die Welt bedeuten

Nach dem Schlusspfiff gab es nur noch ein Gefühl – Resignation. Doch dann ging es für die Kulturschaffenden vom Spiel auf dem grünen Rasen wieder Richtung der Bretter, die für sie die Welt bedeuten: Mit „Love is power“ stand die Aufführung der chinesischen Gruppe „Rizhao Xinying Art Troup“ auf der Bühne des Theaters an der Wilhelmshöhe an.


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