600 Teilnehmer bei Wettbewerb Schulsanitäter üben mit Herz und Verband in Lingen

Von Johannes Franke

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jf Lingen. Der achte Wettbewerb für Schulsanitäter „Mit Herz und Verband“, ausgerichtet vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverbände Emsland und Celle, ist ein echter „Volltreffer!“ gewesen. Unter diesem Motto nahmen rund 600 Schüler aus mehreren Bundesländern am Dienstag , 26. Juni 2018, in den Lingener Emslandhallen teil und lösten im Team an 15 Stationen unterschiedliche Aufgaben.

Um 10 Uhr ertönt das Martinshorn als Startsignal. An den Stationen werden die Teilnehmer in ihre Aufgabe eingewiesen. In jeweils sechs Minuten müssen fünf Jugendliche im Team die Situation bewältigen. Ein Partyunfall. Alle Gäste sind blind, haben sich mit Glasscherben den Oberarm verletzt. Blut fließt, die Wunde muss versorgt werden, alle Schutzmaßnahmen für die Patienten, aber auch für sich selbst, sind einzuhalten. Der Notruf muss erfolgen, der Verletzte richtig gelagert, gewärmt und beruhigt werden, bis der Rettungswagen eintrifft. Alles wird protokolliert. Erste-Hilfe-Ausbilder beobachten das arbeitsteilige Vorgehen, bewerten den Ablauf und vergeben Punkte. Wenn die einzelnen Maßnahmen nicht zu 100 Prozent durchgeführt werden, kann es Punktabzug geben.

Gut ausgebildet und kompetent

Mit dem Martinshornsignal ist die Zeit abgelaufen. Nach kurzer Pause ertönt der Ruf zur nächsten Sechs-Minuten-Situation. „Diese Fälle bringen den Teilnehmern die Erste Hilfe ganz nahe. Sie im Team zu lösen, ist nicht einfach. Aber die Schulsanitäter sind sehr gut ausgebildet und helfen den verletzten Personen vorbildlich und kompetent“, sagt Leitender Notarzt Dr. Wolfgang Hagemann.

Bei Erster Hilfe muss man funktionieren

Ein wenig aufgeregt seien sie schon, „aber bei der Ersten Hilfe muss man funktionieren. Und dann ist die Anspannung auch komplett verflogen“, sagt Nina vom Teletta-Groß-Gymnasium Leer. Gestolpert, die Nase blutet, der Patient muss versorgt werden. Routiniert lösen die Teams auch diese Aufgabe. Was Alkohol bewirkt, sollen die Jugendlichen gruppendynamisch herausfinden. Für die Mädchen und Jungen aus Sachsen nicht ganz einfach. „Wir trinken keinen Alkohol“, sagt ein Zwölfjähriger und überlegt mit seinen Mitschülern, welche Aussagen beim „Frage-Antwort-Puzzle“ die richtigen sein könnten. Sven Kruppik möchte mit dem Programm „Koma – kontrollierter Umgang mit Alkohol“ aufklären, welche „Mythen und Theorien sich hinter Alkohol verbergen“, betont er.

Teamarbeit steht im Vordergrund

Fachbereichsleiter Norbert Boyer vom DRK-Emsland und Geschäftsführer Frank Lübben vom DRK -Kreisverband Celle sind von den „engagierten Schulsanitätern“ begeistert. Mit dabei sind die Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr, wo unter anderem der Katastrophenschutz simuliert wird. Sechs Minuten gilt es, Sandsäcke zu füllen, sie in zehn Metern Entfernung abzulegen. Bei allen Stationen, sei es Erste Hilfe zu leisten, Fallbeispiele zu lösen oder einen sportlichen Wettkampf durchzuführen: Immer steht die Teamarbeit im Vordergrund.

Aufgaben sind anspruchsvoll

Nächste Situation: Pöbelnde Fußballfans verbrennen sich ihre Hände mit Bengalos. Obwohl selbst verschuldet, wird Erste Hilfe nicht verwehrt. Kühlen, verbinden, betreuen – das Programm sitzt. „Die Aufgaben sind anspruchsvoll und sie machen Spaß“, sagt Janina vom Gymnasium Georgianum Lingen. Betreuungslehrer Marc Kaufhold findet alles „sehr gut organisiert“. Das Motto „Volltreffer!“ passe auch gut zur WM, betont Norbert Boyer. „Jede Schule landet einen Volltreffer, wenn sie Schulsanitäter hat.“

Von 120 Teams nehmen zehn Präsente, Pokale und Wanderpokale entgegen. Schüler aus Haren, Meppen und Sögel zählen dazu. Den absoluten Volltreffer landet bei den unter 14-jährigen Teilnehmern eine Gruppe vom Gymnasium Leoninum aus Handrup. Unter den Klängen von „We are the Champions“ verlässt sie als bestes Team mit der Gruppe der über 14-Jährigen vom Gymnasium in der Wüste aus Osnabrück die Emslandhallen.


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