Inklusives Konzert „Rock das Leben“ in Lingen begeistert die nur 200 Besucher

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Lingen. Viel gute Musik, aber zu wenig Besucher: So lässt sich die sechste Auflage von „Rock das Leben“ in Lingen kurz zusammenfassen.

Das inklusive Konzert fand diesmal auf der Open Stage des Welt-Kindertheater-Festivals im Park der Wilhelmshöhe statt. Eröffnet wurde es von Pop Mosaik. Die Band der Berufsbildenden Schulen Agrar und Soziales Lingen machte ihrem Namen alle Ehre: Bei ihrem knapp halbstündigen Auftritt boten die jungen Musiker ein buntes Bild aus rockig-popigen Songs. Direkt mit ihrem ersten Lied – Kompliment von den Sportfreunden Stiller – spielten sie sich in die Herzen des Publikums. Zugleich setzte Pop Mosaik das ungewöhnlichste Instrument des Rockkonzertes ein: das Glockenspiel.

Härterer Sound aus Schweden

Crazy Mike drückte mit fast ausschließlich selbst komponierten Songs „Rock das Leben“ dann einen etwas härteren Sound auf, der ebenfalls gut ankam. Die inklusive Band aus Schweden versprühte gute Laune. Zwar wurde die Frage „Wie hat Schweden gestern gespielt?“ angesichts der 1:2-Niederlage der schwedischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Deutschland bei der WM einen Tag zuvor Backstage zum Running Gag. „Gestern waren wir enttäuscht. Heute haben wir uns über eine schöne Bühne, super Publikum und einen netten Empfang gefreut“, sagte Leadsänger Calle Crazy nach dem Auftritt seiner Truppe.

Tanzen und Mitsingen

Shit Happens überzeugte mit deutsch- und englischsprachigem Rockcover. So verhallte der „Schrei nach Liebe“, im Original von den Ärzten, nicht ungehört bei den Besuchern. Die inklusive Band des Lingener Christophorus-Werks animierte das Publikum mit seinen Stücken zum Tanzen und Mitsingen.

Killerpilze identifizieren sich mit Werten von „Rock das Leben“

Erstmals spielte als Headliner des Konzertes eine Band von außerhalb Lingens. Die Killerpilze, selbst ernannte „gefährlichste Band der Welt“, lockten das Publikum mit einem Mix aus neuen Songs und alten Erfolgen dicht vor die Bühne. Das dieses nur aus rund 200 Menschen bestand, störte die Band, die auch schon große Festivals gespielt hat, nicht. „Es geht nicht darum, wie viele Leute da sind“, sagte Sänger und Gitarrist Jo Halbig nach dem Konzert. Er habe in viele strahlende Gesichter gesehen. „Wir sind der Einladung zu ‚Rock das Leben‘ gerne gefolgt, weil wir uns mit den Werten dieses Konzerts identifizieren können und Menschen zusammenbringen wollen“, betonte Halbig. „Rock das Leben“ hätte auf jeden Fall mehr Leute verdient gehabt.

Konzept nicht aufgegangen

Diese Ansicht vertrat auch Mitorganisator Frank Eichholt vom Christophorus-Werk. „Unser Konzept ist nicht aufgegangen“, gab er unumwunden zu. „Ein Sonntagabend, die Fußball-Weltmeisterschaft und dazu das schlechte Wetter“, analysierte Eichholt die Ursachen für den schlechten Besuch. Er betonte, dass dieser nicht an der Qualität des Konzertes gelegen habe.

Schwegmann begeistert von der Musik

Lingens Kulturdezernentin Monika Schwegmann erklärte, „Rock das Leben“ habe mit dem Welt-Kindertheater-Festival eine starke Konkurrenz gehabt. „Aber ich freue mich trotzdem, dass wir das Konzert auf der Bühne des Festivals hatten“, sagte Schwegmann. Diese sei dieses Jahr der richtige Platz für das Konzert gewesen. „Ich bin begeistert von der tollen Musik gewesen“, sagte die Kulturdezernentin.


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