Spaziergang durch Lingen Komponistin Annette Focks als Patin beim WKT 2018 in Lingen

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Als Patin für das Stück „Wege, die sich kreuzen“ vom Zirkus der Generationen beim Weltkinder-Theater-Fest 2018 war Annette Focks (Mitte) in Lingen zu Gast. Über ihren Besuch freuten sich Kulturdezernentin der Stadt Lingen, Monika Schwegmann sowie der künstlerische Leiter des WKT, Nils Hanraets. Foto: Jessica LehbrinkAls Patin für das Stück „Wege, die sich kreuzen“ vom Zirkus der Generationen beim Weltkinder-Theater-Fest 2018 war Annette Focks (Mitte) in Lingen zu Gast. Über ihren Besuch freuten sich Kulturdezernentin der Stadt Lingen, Monika Schwegmann sowie der künstlerische Leiter des WKT, Nils Hanraets. Foto: Jessica Lehbrink

Lingen. Annette Focks ist viel herumgekommen: In der Region aufgewachsen, in Köln und München studiert, lebt sie heute in Berlin und ist eine gefragte Komponistin für Filmmusik. Für das Weltkinder-Theater-Fest (WKT) kam sie nach Lingen, um als Patin einen Award zu übergeben. Bei einem Spaziergang mit Monika Schwegmann, Kulturdezernentin der Stadt Lingen, hat unsere Redaktion sie begleitet.

Es ist der zweite Tag des WKT. Monika Schwegmann wartet auf der Treppe des Theaters an der Wilhelmshöhe. Auf wen? Eine Frau mit hellblonden Haaren läuft mit einem freundlichen Lächeln und auffällig roten Schuhen auf Schwegmann zu: Es ist Annette Focks, ihres Zeichens Komponistin und auch eine der Paten beim 15. WKT. Sie wird knapp zwei Stunden später einen Award an den Zirkus der Generationen für das Stück „Wege, die sich kreuzen – Eine artistische Reise durch das Leben“ überreichen.

Nachts Pop, über Tag Klassik

Focks ist Lingen nicht fremd, ist sie doch in der Region aufgewachsen. Schon früh prägte sich der Weg der heute in Berlin lebenden Künstlerin. Mit gerade einmal vier Jahren nahm sie an einer musikalischen Früherziehung teil, erlernte später im Einzelunterricht das Klavier- und Orgelspiel. Focks schaffte den Sprung für ein Studium an der Musikhochschule Köln. „Nachts habe ich mit Bands Pop-Musik gemacht – und über Tag habe ich dann klassische Musik gelernt“, beschreibt sie ihre abwechslungsreiche Studienzeit. „Gleichzeitig habe ich Musik auf Lehramt für die Sekundarstufe I und II studiert“, sagt Focks. Nach ihrem Referendariat verschrieb sie sich endgültig der Musik und studierte im Anschluss in der Fachrichtung Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in München.

„Musik wirkt aus der Stille“

Ein wichtiger Schritt für die heute 53-Jährige, denn all diese Entscheidungen machten sie zu dem, was sie heute ist: eine erfolgreiche Komponistin, welche die Musik für zahlreiche Fernseh- und Kinofilme arrangierte. Insbesondere preisgekrönte Kinder- und Jugendkinofilme finden sich in Focks‘ Filmografie, darunter „Die wilden Hühner“, „Die drei ???“, „Krabat“ und „Ostwind“. Die Berlinerin selbst bevorzugt eher dezent eingesetzte Musik in einem Film. Sie meint: „Musik wirkt nur aus der Stille heraus und in die Stille hinein.“ Es müsse zudem nicht immer ein großes Orchester sein: „Auch mit wenigen Instrumenten lässt sich eine gute Musik komponieren.“

Von WKT-Eröffnung beeindruckt

Der Spaziergang von der Wilhelmshöhe über den Marktplatz bis zur Halle IV lässt bei Focks Erinnerungen aufleben. Nicht nur das: Sie sieht viel Potenzial in Lingens jüngster Generation. Schon die Eröffnung des WKT mit rund 140 Kindern des Theaterpädagogischen Zentrums (TPZ) in der Emslandarena habe sie stark beeindruckt. Aus ihrer eigenen Erfahrung weiß Focks: Früh übt sich – sofern natürlich für Kinder das Interesse am Künstlerischen besteht. Mit Musik- und Kunstschulen, vor allem aber mit dem TPZ sei der Weg für junge Talente in Lingen bereitet. „Oft haben Talente ihren Ursprung in einer Kleinstadt wie Lingen. Es ist nicht wichtig Künstler zu werden, aber wenn jemand in seiner Jugend die Möglichkeit hatte Theater zu spielen, zu tanzen, ein Instrument zu erlernen oder Sport zu treiben, wird er gestärkter durchs Leben gehen.“ Davon ist Annette Focks überzeugt.


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