Interview mit Volksbank-Vorstand Die „Offline“- und „Online“-Kunden in Lingen fest im Blick

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Interviewpartner der Redaktion: Die Vorstände der Volksbank Lingen, Jürgen Hölscher (links) und Carsten Schmees. Foto: Thomas PertzInterviewpartner der Redaktion: Die Vorstände der Volksbank Lingen, Jürgen Hölscher (links) und Carsten Schmees. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Die Volksbank Lingen sieht sich in einem wirtschaftlich prosperierenden Umfeld sehr gut aufgestellt. Das haben die beiden Vorstände Jürgen Hölscher und Carsten Schmees in einem Interview mit der Redaktion betont.

Herr Hölscher, Herr Schmees, die Volksbank Lingen ist in dieser Woche 125 Jahre alt geworden. Wie würden Sie den Grundauftrag der Bank beschreiben?

Hölscher: Unser Grundauftrag ist in all‘ diesen Jahren unverändert geblieben. Er basiert auf den genossenschaftlichen Förderauftrag, den die beiden Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch, Gründungsväter der Genossenschaftsbanken, formuliert haben: Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele. Der Mensch steht im Mittelpunkt des genossenschaftlichen Prinzips. Und wenn sich seine Bedürfnisse als Kunde ändern, tragen wir dem Rechnung, persönlich vor Ort oder digital.

Schmees: Was neu ist, ist die Geschwindigkeit der Veränderung, die der technische Wandel ausgelöst hat. Sie hat die Arbeitsprozesse innerhalb der Bank und die Beziehungen zum Kunden in den letzten Jahren massiv beeinflusst.

Sie spielen damit auf die zunehmende Bedeutung von Onlineanwendungen im Bankengeschäft an. Laufen Sie da nicht Gefahr, die „Offline“-Kunden aus dem Blick zu verlieren?

Hölscher: Nein, auf keinen Fall. Wir sehen drei Kategorien bei unseren Kunden: Da ist der „stationäre Kunde“, der mit seiner Rechnung zum Überweisen nach wie vor gerne an den Schalter geht . Die zweite Gruppe steht dazwischen, sie sucht die direkte Beratung, ist aber auch online unterwegs. Die dritte Gruppe bilden die „onlineaffinen Kunden“, tendenziell eher junge Menschen. Sie interessieren sich nicht so sehr für Filialen und persönliche Beratung. Allen drei Gruppen werden wir durch unsere Angebote gerecht.

Die Historie der Lingener Volksbank ist auch durch Fusionen geprägt worden. Gibt es hier in Zukunft weitere Pläne?

Schmees: Nein. Die Größe einer Bank allein ist kein Selbstzweck. Wir haben eine gute Betriebsgröße, durch die wir in der Lage sind, sehr nahe an unseren Privat- und Firmenkunden zu sein. Das gilt ebenfalls für unser Filialnetz, in das wir in der Vergangenheit stetig investiert haben und es auch weiterhin tun. In Gersten zum Beispiel haben wir gerade erst einen sechsstelligen Betrag zur Renovierung und Sanierung in die Hand genommen.

Wie beurteilen Sie die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Volksbank Lingen?

Schmees: Die beurteilen wir positiv. Die Volksbank Lingen ist in einem wirtschaftlich prosperierenden Umfeld sehr gut aufgestellt. Wir wollen als Volksbank deshalb weiterhin unseren Beitrag leisten für eine gute Entwicklung der Region.

Hölscher: Gleichwohl stehen wir auch in Zukunft vor großen Herausforderungen. Die andauernde Niedrigzinsphase und regulatorische Vorgaben erhöhen den Druck, über Wachstum, Effizienzsteigerungen und Ausbau weiterer Geschäftsfelder die Wirtschaftlichkeit zu erhalten. Gleichzeitig muss sich unsere Bank auch künftig im Wettbewerb mit anderen in der Region und auf Online-Plattformen bewähren. Dieses wird uns nicht zuletzt durch unsere hervorragend qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelingen.

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