Dividende bleibt bei vier Prozent Volksbank Lingen setzt weiter auf Stärkung des Eigenkapitals

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Lingen. Im Zeichen ihres 125-jährigen Bestehens hat die Vertreterversammlung der Volksbank Lingen am 21. Juni 2018 in den Emslandhallen gestanden. Im Jubiläumsjahr springt die Bilanzsumme über die Schwelle von einer Milliarde Euro. Wie schon für das Geschäftsjahr 2016 bleibt es bei einer Dividende auf Geschäftsguthaben in Höhe von vier Prozent.

Aufsichtsratsvorsitzender Alfons Veer erinnerte eingangs an jene Bürger, die am 21. Juni 1893 in Lingen die Raiffeisenbank aus der Taufe gehoben hatten. Diese hätten die Grundlage für eine Erfolgsgeschichte geschrieben, an der in den Folgejahren den Worten von Veer zufolge viele Beschäftigte der Bank weitere Kapitel hinzugefügt haben. Ausdrücklich würdigte der Vorsitzende dabei auch die Verdienste der früheren Vorstandsmitglieder Georg Wenzel, Helmut Korte, Hermann Arens und Ludger Preun.

Dank an 200 Mitarbeiter

Die einzelnen Bilanzpositionen im Geschäftsjahr 2017 erläuterte Vorstand Jürgen Hölscher. Eine ragt dabei heraus: Die Bilanzsumme der Volksbank übersteigt im Jubiläumsjahr den Wert von einer Milliarde Euro. Zuwächse habe es außerdem im Kreditgeschäft auf 743 Millionen Euro gegenüber 703 Millionen im Vorjahr (plus 5,5 Prozent), sowie bei den Einlagen von Kunden gegeben. Diese beliefen sich im vergangenen Jahr auf 705 Millionen Euro, ein Anstieg um 10,8 Prozent im Vergleich zu 2016 (637 Millionen Euro). Hier drücke sich das Vertrauen der Kunden in die Volksbank aus, betonte Hölscher, der gleichzeitig allen rund 200 Mitarbeitern dankte. Diese hätten eine großen Anteil an der guten Entwicklung.

Anhaltende Niedrigzinsphase

Und dies trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Hier setzt insbesondere die anhaltende Niedrigzinsphase den Banken zu. Hinzu kommen stetig wachsende Anforderungen in der Regulatorik, ein Begriff, mit dem die Banken eine aus ihrer Sicht überbordende Bürokratisierung beschreiben. Weitere Herausforderungen liegen in Investitionen im Bereich der Digitalisierung sowie in der Berücksichtigung des demografischen Wandels mit unterschiedlichen Kundenbedürfnissen. Axel Schwengels, Verbandsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, sprach in diesem Zusammenhang von einem „magischen Viereck“, in dem sich die Volksbank Lingen erfolgreich bewege.

Jahresüberschuss liegt bei 2,6 Millionen Euro

Als Ergebnis steht für das Jahr 2017 ein Jahresüberschuss von 2,6 Millionen Euro (2016: 2,43 Millionen). Die Volksbank Lingen bleibt hier bei ihre Linie, angesichts der Unwägbarkeiten im Bankenwesen weiter auf eine Stärkung des Eigenkapitals zu setzen. Deshalb wird auch der größte Teil des Überschusses genau dafür verwendet. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen der Mitgliederversammlung vor, aus dem Überschuss 530.000 Euro als vierprozentige Dividende auf Geschäftsguthaben an die Mitglieder weiterzugeben. Die Volksbank hatte erstmals im vergangenen Jahr die seit dem Jahr 2002 geltende Dividende von sechs Prozent um zwei Punkte abgesenkt.

Gegen den Vorschlag sprach sich ein stimmberechtigter Vertreter in der Versammlung aus. Er beantragte sechs Prozent, fand dafür aber nur die Unterstützung zweiter weiterer Mitglieder. Alle anderen der insgesamt 185 stimmberechtigten Vertreter stimmten für den Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand. In diesem Zusammenhang hatten Veer und Schmees nochmals auf die Notwendigkeit der Aufstockung des Eigenkapitals hingewiesen. „Die Anforderungen an uns sind auch künftig enorm“, betonte Schmees.

Streifzug durch die Geschichte

Dazu sieht Oberbürgermeister Dieter Krone die Volksbank gut gerüstet. Der Lingener Verwaltungschef gratulierte allen Beschäftigen dort zum Geburtstag und hob die regionale Verwurzelung der Bank besonders hervor. Darauf wies auch Andreas Eiynck, Leiter des Emslandmuseums, in seinem Vortrag über die Geschichte der Volksbank hin. Garniert mit Fotos, die große Notzeiten auch in Lingen mit Suppenküchen auf dem Marktplatz im Jahr 1917 in Erinnerung riefen, lud Eiynck zu einer Zeitreise durch die letzten 125 Jahre der Bank ein. „Mir ist eine Genossenschaftsbank vor Ort lieber als eine Internetbank im Cyberspace“, betonte Eiynck unter dem Applaus der Zuhörer.

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