Benno Schulz in Russland „Nichtfußballer“ aus Lingen von der WM begeistert

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Lingen. Eigentlich hat der Lingener Benno Schulz mit Fußball nicht so viel am Hut. Dennoch hat er jetzt in Russland das WM-Länderspiel Deutschland gegen Mexiko gesehen. Möglich wurde das durch den Russen Dmitry Palenov, mit dem er seit vielen Jahren befreundet ist.

Die Freundschaft der beiden Männer besteht seit 2002, und Palenov hat bereits einige Weihnachtsfeste in Lingen verbracht. In der Fußballweltmeisterschaft sah Benno Schulz nun endlich den willkommenen Anlass für einen Gegenbesuch in Moskau. Zwar sah er sein letztes Fußballspiel vor mehr als 25 Jahren auf einem Stehplatz in Meppen, aber ihn interessiert auch viel mehr Russland als Reiseland. Begeisterte Reiseberichte von Bekannten auf der einen Seite, aber auch besorgniserregende Medienberichte auf der anderen Seite hatten bei Schulz zuvor verschiedene Erwartungen geweckt.

Starke Kontraste in den Regionen

Mit seinen Gastgebern verbrachte der Lingener die ersten Tage rund 300 km südöstlich von Moskau im Heimatdorf von Dmitrys Großeltern, das sehr ländlich ein einfach strukturiert ist. Zurück in Moskau wird der immense Kontrast zwischen dörflicher Idylle mit sehr einfachen Verhältnissen zur modernen Großstadt deutlich. Da wirken die 12-spurigen Stadtstraßen mit sehr gutem Straßenbelag und vielen deutschen Luxusfahrzeugen überaus mondän.

Beeindruckt von Euphorie und Atmosphäre

Endlich geht es zum ersten Fußballspiel, welches aber bei den vielen Eindrücken der vorherigen Tage nur einen kleinen Mosaikstein der Reise darstellt. Dabei spielt die deutsche Nationalmannschaft immerhin ihren WM-Auftakt in Moskaus größtem Stadion mit 81.000 Zuschauern. Es wurde schon 1955 gebaut, präsentiert sich frisch renoviert aber in hervorragend modernem Zustand. Benno Schulz ist das erste Mal in einem solchen Stadion. Die ersten Eindrücke gelten den gigantischen Ausmaßen und der beeindruckenden Architektur. Schulz ist beeindruckt von der Euphorie und der unglaublichen Atmosphäre. Besonders die mexikanischen Fans machen Stimmung und lassen Emotionen aufkommen. Da wird gesungen und getanzt, man ist kostümiert und bietet den gegnerischen Fans Tequila an, macht gemeinsam und für andere Fotos und wünscht sich gegenseitig viel Glück für das Spiel.

Zuschauer aller Altersklassen

Überhaupt geht alles sehr freundschaftlich zu und auch die gesamte Stimmung ist überaus positiv. Anfängliche Bedenken des Fußball-Anfängers Schulz vor Massenansammlungen werden schnell zerstreut. Keine Gewalt, keine Hooligans, keine Kriminalität. Überhaupt fühlt er sich in ganz Moskau sehr sicher. Viele Kinder besuchen das Spiel und alle Altersklassen sind vertreten. Unzählige Nationen sitzen vermischt. Und auch wenn etwa gleich viele Deutsche wie Mexikaner im Stadion sind, so dominieren eindeutig die mexikanischen Fans die Stimmung.

Ergebnis wird zur Nebensache

Dmitry trägt das mit seinem Namen bedruckte Trikot der deutschen Nationalmannschaft und Benno Schulz das der Russischen. Die Plätze boten eine perfekte Sicht auf das ganze Geschehen und die erste Halbzeit verging viel schneller als gedacht. Während die deutschen Fans sehr leise waren, feierten die Mexikaner schon vor dem Spiel sehr ausgelassen und haben eine fröhliche Stimmung verbreitet. Durch das Tor der Mexikaner und die Niederlage der Nationalmannschaft hat sich diese Diskrepanz noch verstärkt. Aber sogar diese Niederlage hatte keinen Einfluss auf das Gesamterlebnis des Spiels.

Neue Kontakte

Es gab vor während und nach dem Spiel viele freundliche Begegnungen mit Fans aller Nationen. Und man kam gleich mit Leuten ins Gespräch. So lud man neue Bushaltestellen-Bekannte in das nächstgelegene Restaurant ein, obwohl man eigentlich keine Zeit hatte, aber neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Beziehungen zu pflegen, geht für Schulz und Palenov eben vor.


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