Tod am Schwarzen Weg 13 Jahre Haft und Drogentherapie für Mord in Lingen

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Am Schwarzen Weg in Lingen ist im vergangenen Jahr ein 19-jähriger mann ermordet worden. Foto: Thomas PertzAm Schwarzen Weg in Lingen ist im vergangenen Jahr ein 19-jähriger mann ermordet worden. Foto: Thomas Pertz

Osnabrück/Lingen. Der gewaltsame Tod eines jungen Mannes am Schwarzen Weg in Lingen im Spätsommer vergangenen Jahres hat jetzt vor dem Landgericht Osnabrück sein juristisches Ende gefunden. Das Landgericht verurteilte einen 37-jährigen Mann wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge zu 13 Jahren Haft und drei Jahren in einer Entziehungsklinik. Das Verfahren gegen einen mitangeklagten 21 Jahre alten Mann wurde eingestellt, da dieser noch eine weitere Strafe verbüßen muss.

Ursprünglich waren beide Männer wegen gemeinschaftlichen Mordes an dem 19-Jährigen angeklagt gewesen. Dann hatte sich herausgestellt, dass der 37-Jährige den 19-Jährigen alleine getötet hatte. Der 21-Jährige hatte zur Überzeugung der Richter nur daneben gestanden und aus Angst, das nächste Opfer des anderen zu werden, geholfen, die Leiche im Wald zu verscharren. Er muss wegen einer anderen Straftat eine dreijährige Haft absitzen.

Während des Prozesses hatte der 37-Jährige versucht, die Tat dem Mitangeklagten in die Schuhe zu schieben. Das Gericht folgte jedoch den Aussagen des Jüngeren, dessen Aussage sich im Wesentlichen mit anderen Aussagen und Beweisen deckte.

Gemeinsam zur Disko

Ein Zeuge hatte beispielsweise von einem Gespräch zwischen ihm und dem 37-Jährigen einige Tage nach dem Geschehen berichtet, in dem dieser ihm die Tat und die Umstände geschildert hatte. Demnach hatten sich die beiden Angeklagten und das Opfer, die sich alle kannten, an dem fraglichen Abend in einer Sozialunterkunft getroffen und waren zur Diskothek Joker gefahren.

In den Wald gelockt

Das spätere Opfer hatte zunächst damit geprahlt Geld zu haben und die beiden anderen einladen zu wollen. Da er dies später nicht mehr wollte, ist es zu laut Gericht zu einem Streit zwischen dem 37-Jährigen und dem späteren Opfer gekommen. Auf dem Rückweg habe dieser den Entschluss gefasst, den 19-Jährigen zu töten, um ihm 400 Euro zu stehlen. Dazu lockte er seine Begleiter zunächst unter einem Vorwand in den Wald am Schwarzen Weg. Dort schlug er dem arglosen Opfer von hinten eine Kräuterschnapsflasche an den Kopf, würgte das Opfer und verpasste ihm dann tödliche Tritte gegen den Hals. Schüler entdeckten die Leiche Tage später.

Drei bis vier Flaschen Schnaps pro Tag

Der Hauptangeklagte ist schwer abhängig von Drogen und Alkohol. Die Finanzierung dieser Sucht war zur Überzeugung der Richter das Motiv für die Tat. Zeitweise habe der 37-Jährige unter anderem drei bis vier Flaschen Kräuterschnaps am Tag getrunken.

Der 37-Jährige ist bereits häufiger durch Gewalttaten in Erscheinung getreten. Unter anderem hatte er laut Gericht vor zehn Jahren einem Mann mit einer zersplitterten Flasche die Nase abgeschnitten. Üblicherweise wird Mord mit lebenslanger Haft geahndet. In Sonderfällen wie diesem, in dem auf verminderte Schuldfähigkeit erkannt wird, ist eine niedrigere Strafe möglich.


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