Nach Anlagenrevision Kernkraftwerk Emsland in Lingen wieder am Netz

Das Kernkraftwerk Emsland ist nach der Revision wieder am Netz. Archivfoto: Friso Gentsch/dpaDas Kernkraftwerk Emsland ist nach der Revision wieder am Netz. Archivfoto: Friso Gentsch/dpa

Lingen. Das Kernkraftwerk Emsland (KKE) ist nach Abschluss der Anlagenrevision 2018 mit Brennelementwechsel wieder am Netz. Das haben das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und das KKE mitgeteilt.

Insgesamt wurden während der gut zweiwöchigen Revision unter anderem rund 870 wiederkehrende Prüfungen durchgeführt. Sicherheitstechnisch relevante Abweichungen sind dabei nicht aufgetreten. Während des Stillstands wurden 40 der insgesamt 193 Brennelemente gegen neue ausgetauscht und bereits eingesetzte Brennelemente inspiziert. Hierbei wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Weitere Prüfungen sicherheitstechnisch wichtiger Komponenten wurden ebenfalls ohne Auffälligkeiten abgeschlossen. „Erneut haben wir rund 19 Millionen Euro in die Sicherheit der Anlage investiert und unser Kraftwerk optimal auf das kommende Betriebsjahr vorbereitet“, fasst Kraftwerksleiter Wolfgang Kahlert zusammen. Unterstützt von mehr als 1200 externen Fachkräften – darunter auch Partnerfirmen-Mitarbeiter aus der Region Emsland und Grafschaft Bentheim – hat die Stammbelegschaft des KKE laut der Mitteilung des Betreibers während der letzten Wochen mehr als 5400 einzelne Arbeitsaufträge abgearbeitet.

Zwei Ereignisse gemeldet

Während der Revision wurde das Ministerium als die zuständige atomrechtliche Aufsichts- und Genehmigungsbehörde von der Betreiberin des KKE fristgerecht über zwei Ereignisse gemäß atomrechtlicher Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung informiert: Im Zuge der Revisionsarbeiten wurden verschiedene Gleichrichter, die zum Laden von Batterien dienen, ausgetauscht. Bei Prüfungen wurden defekte Sicherungen an Baugruppen der konventionellen Meldeanlage festgestellt. Die entsprechenden Sicherungen wurden ausgetauscht und die Prüfung des Meldeweges nachgeholt. Die Funktion der Gleichrichter war nicht beeinträchtigt. Im zweiten Fall wurde eine nicht ordnungsgemäß geschlossene Brandschutztür festgestellt, die zwar am Türrahmen anlag, jedoch nicht gänzlich geschlossen war. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen sind beide Ereignisse der Stufe 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen.

Keine Abweichungen vom genehmigten Zustand

Alle für die nukleare Sicherheit bedeutsamen Revisionsarbeiten wurden vom Ministerium und den hinzugezogenen Sachverständigen des TÜV Nord EnSys (Hannover) und der Stangenberg und Partner (SPI) intensiv kontrolliert und überprüft. Diese Prüfungen bestätigten, dass keine Abweichungen vom genehmigten Zustand der Anlage vorliegen. Die Zustimmung zum Wiederanfahren ist erteilt worden, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Keine Unfälle

„Das trotz der Vielzahl an durchzuführenden Revisionsarbeiten keine Unfälle aufgetreten sind, bestätigt uns in unseren täglichen Bemühungen die Sicherheit auf der Anlage stetig zu überprüfen und zu verbessern. Für den insgesamt sehr guten Verlauf der Revision möchte ich allen Beteiligten meinen Dank aussprechen“, sagte Kraftwerksleiter Kahlert.


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