Vertrauen für den Vorstand Lingener Tafel beklagt großes Defizit in 2017

Auf der Mitgliederversammlung der Lingener Tafel wurde der Vorstand entlastet und bestätigt. Vorstandsvorsitzende Edeltraut Graeßner und Schirmherr Oberbürgermeister Dieter Krone (links) erläuterten die Situation der Lingener Tafel als Verbund. Weitere Vorstandsmitglieder: Elisabeth Röller, Maria Dühnen, Christa Weist-Rolfes, Gert Korte, Berna Fährrolfes-Bruns, Lothar Dietrich, Maria Laake, Gerd Schoon, Anna van der Stad, Norbert Tewes und Barbara Germer-Grote (v.l.). Foto: Johannes FrankeAuf der Mitgliederversammlung der Lingener Tafel wurde der Vorstand entlastet und bestätigt. Vorstandsvorsitzende Edeltraut Graeßner und Schirmherr Oberbürgermeister Dieter Krone (links) erläuterten die Situation der Lingener Tafel als Verbund. Weitere Vorstandsmitglieder: Elisabeth Röller, Maria Dühnen, Christa Weist-Rolfes, Gert Korte, Berna Fährrolfes-Bruns, Lothar Dietrich, Maria Laake, Gerd Schoon, Anna van der Stad, Norbert Tewes und Barbara Germer-Grote (v.l.). Foto: Johannes Franke

Lingen. Die Lingener Tafel verzeichnet einen Einkaufs- und Kundenrückgang. Dies gilt sowohl für die Hauptstelle am Langschmidtsweg als auch für die weiteren Verteilstellen in Lingen und dem südlichen und mittleren Emsland.

Über diese Entwicklung sind der Vorstand und die Mitglieder besorgt. Von den Auswirkungen ist die Tafel selbst betroffen und sie geht davon aus, dass die Zahl der zu unterstützenden und einkaufsberechtigen Personen nicht kleiner geworden ist. Im Vergleich zu 2016 habe es in 2017 eine stark rückläufige Entwicklung gegeben.

900 Familien weniger

Ausgehend von 3485 gemeldeten Haushalten sei ein Rückgang von 900 Familien zu verzeichnen, sodass nur noch 2580 Haushalte zur Tafel kämen. Über die Gründe in Lingen und den Außenstellen, und wie man dieser Entwicklung entgegenwirken könne, wurde lebhaft auf er Mitgliederversammlung diskutiert. So seien die Lebensmittelabgaben aufgrund des Rückgangs von 60.165 in 2016 auf nur noch 48.352 Ausgaben in 2017 gesunken.

Defizit von 40.000 Euro

„Das trägt dazu bei, dass wir in 2017 ein großes finanzielles Defizit mit über 40.000 Euro hatten“, erläuterte die Vorsitzende Edeltraut Graeßner die Situation. Der transparent geschilderte Rechenschaftsbericht offenbarte die Sachlage vor Ort und in den Verbundstellen. Die Zahl der Lieferanten sei fast gleichgeblieben, obwohl weniger eingekauft werde. „Wir fahren alle 195 Lieferanten an, mit denen wir das vereinbart haben, und holen dort die Waren ab“, so Graeßner. Sie dankte ausdrücklich den Firmen und Unternehmen, denn für das Personal „ist das Aussortieren und Bestücken auch Sonder- und Extraarbeit.“ So sammelt die Tafel pro Woche 25 Tonnen, also 25.000 Kilogramm Lebensmittel ein, die vom Personal weiter begutachtet und aufbereitet werden müssen.

Angespannte Personalsituation

491 Mitarbeiter, darunter 360 ehrenamtliche und zwölf hauptamtliche Mitarbeiter sowie „Bufdis“, Praktikanten und weitere Mithelfer arbeiten bei der Tafel. Ohne Ehrenamtliche könnten die Arbeitsstunden nicht geleistet werden. 30.144 Stunden, das sind über 50 Prozent, erwirtschaften sie. Vollzeitbeschäftigte verrichten mit über 13.000 Stunden über 21 Prozent der Gesamtarbeitsstunden. „Die Personalsituation ist nach wie vor angespannt. Doch hilfreich sind die meist super fleißigen Bundesfreiwilligen, die Bufdis“, lobte Graeßner. Doch der Tafel-Verbund benötige mehr ehrenamtliche Helfer, vor allem für den Kassendienst und die Urlaubsvertretungen.

Suche nach Lösungen

Sehr umfangreiche und vielfältige Veranstaltungen, Projekte, Kurse, Schulungen, Förderungen, Beratungen, Seminare Besuche und Treffen wurden durchgeführt. Hinzu kommen Umbau- und Renovierungsmaßnahmen, eine neue EDV- und Telefonanlage, gewerbliche Waschmaschinen, somit Investitionen in Lingen, Meppen, Haselünne, Haren, Lathen, Spelle und Freren. „Und fast jedes Jahr ist irgendwo ein Auto fällig“, so Graeßner. Rückläufige Einnahmen und deutlich nachlassende Geldspenden, 70.000 Euro weniger als 2016, stehen vermehrten Ausgaben gegenüber. Ohne die Unterstützung zahlreicher Spender und Sponsoren ist ein Betrieb der Tafeln nicht möglich. „Wir müssen schauen, wie wir das hinkriegen und ausgleichen“, sucht die Vorstandsvorsitzende noch Lösungsmöglichkeiten und erhält dafür das volle Vertrauen der Mitglieder.

Vorstand bestätigt

Die Kassenprüfer bestätigen dem Vorstand „gute, tolle Arbeit.“ Trotz mancher Meinungsverschiedenheiten sind die 40 Anwesenden weiterhin motiviert und stimmen der Satzungsänderung zu. „Tafel Lingen e.V.“ heißt nun der Verbund, der weiterhin zum Wohle ihrer Kunden aus einem Topf wirtschaftet.


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