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29.05.2018, 12:15 Uhr GESPRÄCH BEIM SKM

Finanzierung der Straffälligenhilfe Lingen: Nun müssen Taten folgen

Kommentar von Thomas Pertz

Wie geht es weiter nach der Haftentlassung? Das Bild zeigt das Tor der JVA in Lingen-Damaschke. Foto: Ludger JungeblutWie geht es weiter nach der Haftentlassung? Das Bild zeigt das Tor der JVA in Lingen-Damaschke. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Gelobt werden die Anlaufstellen für Straffällige häufig. Loben allein reicht aber nicht, meint der Kommentator.

Mit dem Loben ist das so eine Sache. Klar hört jeder gerne, wenn seine Arbeit geschätzt wird. Das reicht aber auf Dauer nicht, wenn der finanzielle Rahmen für diese Aufgabe immer mehr Risse aufweist. Das ist bei den Anlaufstellen für Straffälligenhilfe in Niedersachsen der Fall, seit vielen Jahren schon. Dabei übernehmen die Fachleute eine Aufgabe des Landes, das somit auch in der Verantwortung steht. Mit Ruhm bekleckert haben sich dabei die jeweiligen Landesregierungen aber nicht, egal welche politische Farbe jeweils regiert hat.

Wo liegen die Ursachen? Wahrscheinlich auch darin, dass die Lobby für Haftentlassene nicht die allergrößte ist. Bei der Verteilung von Geldern stehen die sie unterstützenden Berufsgruppen eher in den hinteren Reihen. Zu Unrecht. Sie helfen durch ihre Arbeit mit ehemaligen Straftätern, Rückfälle zu vermeiden, und schonen gleichzeitig die Kassen des Landes. Dass dies allerdings auf Kosten der sozialen Verbände geschieht, ist ein Zustand, der schon viel zu lange andauert.

In Christian Calderone und Christian Fühner haben die Verbände in Lingen verständnisvolle politische Fürsprecher erlebt. Ob ihren Worten auch Taten folgen, bleibt abzuwarten.


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