Eltern bauen Holz-Spielschiff Viel zu feiern in der Kita St. Michael in Lingen

Von Carsten van Bevern

Den kirchlichen Segen für das in großen Teilen ehrenamtlich von David Schnieders (r.) gebaute neue Holzschiff erteilte Pfarrer Burke beim traditionellen Sommerfest. Die Kita St. Michael in Lingen ist zudem vom Bistum Osnabrück zum „Haus für Kinder und Familien“ ernannt worden, die Plakette hält Kita-Leiterin Anna Ginten.Foto: Carsten van BevernDen kirchlichen Segen für das in großen Teilen ehrenamtlich von David Schnieders (r.) gebaute neue Holzschiff erteilte Pfarrer Burke beim traditionellen Sommerfest. Die Kita St. Michael in Lingen ist zudem vom Bistum Osnabrück zum „Haus für Kinder und Familien“ ernannt worden, die Plakette hält Kita-Leiterin Anna Ginten.Foto: Carsten van Bevern

Lingen. Gut 120 Stunden hat David Schnieders an der „Peter Pan“ gearbeitet: Das hölzerne Spielschiff im Garten der Kita St. Michael ist jetzt beim Sommerfest offiziell eingeweiht worden. Zudem ist die Kita jetzt ein „Haus für Kinder und Familien“.

„Ein wenig Weihwasser kann auch für den Erbauer dieses tollen Schiffes nicht schaden“, mit diesen Worten segnete Pfarrer Thomas Burke bei der offiziellen Einweihung des neues Holzschiffes auch David Schnieders gleich mit. „Sicher schon mehr als 130 Stunden“ hat der berufstätige Familienvater und Elternbeiratsmitglied laut der Kita-Leiterin Anna Ginten in das Schiff investiert.

120 Stunden ehrenamtlich gearbeitet

„Es war auch seine Idee. Er meinte, diese Schiffe sind auf allen Spielplätzen bei den Kindern besonders beliebt, so etwas brauchen wir auch für unsere Kita“, berichtet die Kita-Leiterin in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Und die Idee kam bei allen gut an. Kurzerhand wurde aus dem Budget der Kita für rund 2000 Euro das notwendige Material besorgt und David Schnieders organisierte für einzelne Arbeiten selber ein paar Mithelfer. Inzwischen steht das Schiff auf dem Kita-Freigelände, wurde „Peter Pan“ getauft und wird derzeit für die Tüv-Abnahme vorbereitet.

Ein Haus für Kinder und Familien

„Wir sind dir dafür sehr dankbar“, freute sich Ginten und ihr aus 21 weiteren Personen bestehendes Team und überreichte ihm dafür einen Gutschein für ein Essen mit seiner Familie. So gebe es bei der Kita St. Michael zwar seit vielen Jahren sogenannte Spielplatzaktionen, bei denen Eltern gekaufte Geräte auf- und einbauen oder auch pflegen. „Aber ein komplettes Spielgerät ist so noch nie entstanden.“

Doch zu feiern gab es beim diesjährigen Sommerfest noch mehr: Ab dem vergangenen Wochenende kann sich die aktuell komplett belegte Kita mit derzeit je einer Regel-, Ganztags- und einer altersübergreifenden Gruppe sowie zwei derzeit ausgelagerten Krippengruppen „Haus für Kinder und Familien“ nennen.

Sprachkita

„Die Idee dieser Auszeichnung ist, nicht nur Betreuungseinrichtung, sondern Erziehungspartner der Eltern zu sein und Familien umfassend zu unterstützen“, hatte Generalvikar Theo Paul bei der Initiierung dieser Auszeichnung erklärt. Mittlerweile sind rund die Hälfte der mehr als 220 Kitas in Trägerschaft des Bistums derartig zertifiziert.

Das Team von St. Michael hat sich laut Ginten dabei mit Stärken und Schwächen beschäftigt: „Entstanden ist zum Beispiel der wöchentliche Krabbelkäfertreff, bei dem sich Eltern ganz zwanglos in unseren Räumen treffen und mit ihren Kindern spielen und sich austauschen können.“ Zudem sei das Leitbild überarbeitet worden. „Sprachkita und jetzt Haus für Kinder und Familien: Das ergänzt sich gut. Außerdem ist es eine schöne Auszeichnung für unser engagiertes Team“, freute sich Ginten.


Ein Haus für Kinder und Familien

Im Bistum Osnabrück betreuen rund 3400 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 220 Kindertagesstätten Jungen und Mädchen im Alter von bis zu sechs Jahren.

Etwa 19000 Betreuungsplätze gibt es im Bistum, davon bislang rund 3000 Krippenplätze.

Bauliche Maßnahmen zur Schaffung weiterer Betreuungsplätze, besonders auch für Kinder unter drei Jahren, sind seit einigen Jahren wieder verstärkt in der Planung oder werden bereits realisiert.

Seit 2009 gibt es im Bistum ein besonderes Projekt zur Qualitätssicherung und -steigerung der Kindertagesstätten: Nach und nach sollen alle Einrichtungen zu zertifizierten Häusern für Kinder und Familien umstrukturiert werden. Diese bieten mehr als eine reine Kinderbetreuung: Sie wollen Erziehungspartner der Eltern sein und Familien umfassend unterstützen. Dazu gehören unter anderem erweiterte Betreuungszeiten und Beratungsangebote für Eltern.

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