Nachfolgerin gefunden Langener trennen sich nach 40 Jahren von ihrer Gaststätte

Von Jessica Lehbrink

Jan und Anne de Groot sind in ihrem Heimatort und den umliegenden Orten bekann: Knapp 40 Jahre betrieben sie das Lokal Olle Nordholter Schule. Zum 31. Mai ist nun aber Schluss. Foto: Jessica LehbrinkJan und Anne de Groot sind in ihrem Heimatort und den umliegenden Orten bekann: Knapp 40 Jahre betrieben sie das Lokal Olle Nordholter Schule. Zum 31. Mai ist nun aber Schluss. Foto: Jessica Lehbrink

Langen. Von der „Schulbank“ auf die Rentnerbank geht es nach fast 40 Jahren in der Gastronomie für Jan und Anne de Groot aus Langen. Sie haben sich dazu entschieden ihre „Olle Nordholter Schoule“ zu verkaufen – mit Erfolg, denn eine Nachfolgerin ist schnell gefunden worden. Noch bis zum 31. Mai ist das Ehepaar in seinem Gastronomiebetrieb anzutreffen.

„Nach knapp 40 Jahren ist es an der Zeit, das Ganze aus der Hand zu geben“, sagt der Gastronom Jan de Groot. Es hatte alles angefangen wie ein kleines Abenteuer als die gebürtigen Niederländer nach Deutschland kamen, um sich hier zu verwirklichen. Mit einigen Sitten oder Eigenarten der Deutschen, die sich oft noch verstärkter in ländlichen Regionen zeigen, waren sie nicht vertraut. Deshalb sind sie bis heute dankbar für die Unterstützung der benachbarten Familie Overberg, die ihnen viel bei der Integration in das kleine Dorf geholfen habe. „Wir wussten ja nicht einmal, dass man beispielsweise zu Fronleichnam keine Wäsche draußen im Garten aufhängt oder auch nicht den Rasen mäht“, erinnert sich Anne die Groot.

Mit dem Saal kamen die Pfannkuchen

Zunächst noch angelegt als Grundstück mit einigen Ferienwohnungen, entschlossen sich die de Groots, das Gebäude, welches in früheren Jahren noch eine Schule in Langens Ortsteil Nordholte war, zu einer Gastronomie umzubauen. In Anlehnung an die Geschichte des Gebäudes, das gleichzeitig auch als Wohnhaus für die Familie diente, nannten Jan und Anne de Groot ihre Gaststätte zum Ende der 80er-Jahre „Olle Nordholter Schoule“.

Dort, wo sich ehemals ein kleiner Schulhof befand, kam im Jahr 2001 ein Festsaal mit dem Namen Up’n Schoulhof“ dazu. Mit dem Saalbetrieb kam auch die Idee eines Pfannkuchenhauses. Gängig sind diese in den Niederlanden, doch im Emsland sind sie nicht oft vertreten. „Echte holländische Pfannkuchen frisch aus der Pfanne, die gibt es nur bei Jan und Anne“, lautete der Werbespruch der beiden Gastronomen. Dass nunmehr kein köstlicher Duft des süßen Gebäcks aus der Küche der de Groots in die Nasen der Gäste strömen wird, hat sich schnell herumgesprochen. „Wir haben noch einige Reservierungen für ein letztes Pfannkuchen-Essen bekommen“, sagt Anne de Groot schmunzelnd.

Dönkes im historischen Klassenzimmer

Ebenso typisch wie die Pfannkuchen, waren über viele Jahre die kleinen Führungen von Jan de Groot, der vom Treiben der Kinder im 1890 errichteten Schulgebäude erzählte. „Viele kannten Jan auch als ‚Lehrer‘“, berichtet Anne de Groot. Doch entgegen manch strengem Lehrer aus dem 19. Jahrhundert hatte Jan de Groot für die zumeist kleinen Besucher immer einige „Dönkes“ parat. In einem detailgetreuen historischen Klassenzimmer konnten sich Besucher in eine andere Zeit zurückversetzen lassen. Noch heute erinnert sich das Paar mit einem Lächeln an einige Ausflüge von aufgeweckten Vorschulkindern in ihre „Olle Nordholter Schoule“.

Unterstützung von den Kindern

Ihre Gastronomie lassen die de Groots mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinter sich. „ Wir haben das Ganze immer mit viel Spaß gemacht“, sagt Anne de Groot. „Jetzt wollen wir einmal kontrollieren, ob Rentner wirklich nie Zeit haben“, fügt ihr Mann mit einem Lachen hinzu. Schon oft habe er von Rentnern gehört, dass sie auch ohne berufliche Beschäftigung stets zeitlich eingespannt seien. Ausflüge machen, die Zeit genießen und entspannen: Diese Punkte stehen nun auf der Liste von Jan und Anne de Groot, die sich bei ihren treuen Gästen und Geschäftspartnern bedanken. Dankbar sind sie auch für die Unterstützung ihrer Kinder, die ihnen beim Auszug tatkräftig unter die Arme gegriffen haben. Viele längst verloren geglaubte Sachen hätten sich in dem Elternhaus ihrer Kinder wieder finden lassen – allesamt verbunden mit einer Geschichte.

Schließung am 31. Mai, Neueröffnung am 1. Juli

Am 31. Mai schließen die Türen der „Ollen Nordholter Schoule“. Doch schon am 1. Juli möchte die nachfolgende Käuferin die Gastronomie neu eröffnen – dann mit anderen Angeboten. „Wir sind sehr froh, dass wir einen Nachfolger gefunden haben und die Gastronomie weiterhin erhalten bleibt“, sind sich Jan und Anne de Groot einig.


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