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Großer Förderer des Emslandes Lingener Unternehmer Alexander Wisniewsky starb im Alter von 82 Jahren

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<em>Eine herausragende</em> Unternehmerpersönlichkeit war Axel Wisniewsky. Foto: fotogenEine herausragende Unternehmerpersönlichkeit war Axel Wisniewsky. Foto: fotogen

Lingen. Die Stadt Lingen hat eine herausragende Unternehmer-Persönlichkeit verloren, das Emsland einen seiner profiliertesten Förderer. Alexander Wisniewsky ist tot. Er starb vergangenen Freitag im Alter von 82 Jahren.

Rückblende, 1946, der junge Wisniewsky, gebürtig aus dem niederschlesischen Langenbielau, kommt als Vertriebener nach Lingen. Nur ein paar Habseligkeiten hat er dabei – und viele Erinnerungen an die verlorene Heimat. „Den Schmerz über ihren Verlust hat er nie ganz überwinden können“, erinnert sich Ehrenlandrat Hermann Bröring an viele Gespräche mit ihm.

Wisniewsky mag in den Nachkriegsjahren mit fast leeren Händen ins Emsland gekommen sein, gleichzeitig aber auch mit einer unbändigen Tatkraft. Aus kleinsten Anfängen in der Drogerie „Zum Goldenen Becher“ am Markt in Lingen entwickelte er in den Folgejahren das industrielle Fotogroßlabor „colibri“ an der Hohenfeldstraße, das sich in den 80er-Jahren zu einem der führenden Unternehmen in dieser Branche in Deutschland entwickelte.

Zur Unternehmensgruppe mit weiteren Fertigungsbetrieben und Vertriebsstätten in Deutschland und den Niederlanden gehörten in Spitzenzeiten über 600 Mitarbeiter, die 1982 einen Gesamtumsatz von rund 55 Millionen DM erwirtschafteten. Die Menge der produzierten Bilder lag bei über 100 Millionen Stück im Jahr. Wisniewsky sah allerdings auch rechtzeitig die Zeichen der Zeit, als das Aufkommen der Digitalfotografie das Ende des Zeitalters der Papierfotografie einläutete, und trennte sich Anfang der 90er-Jahre von seinem Unternehmen.

Um sich dann zur Ruhe zu setzen? Nein, der Niederschlesier hatte inzwischen seine neue Heimat Lingen und den Landkreis Emsland lieb gewonnen, wollte der Region, die ihm die Chance zum beruflichen Erfolg gegeben hatte, etwas zurückgeben. 1995 gründete er die nach ihm benannte „Johann-Alexander-Wisniewsky-Stiftung“ mit einem Stiftungskapital von drei Millionen DM. Sie ruht auf drei Säulen: der Förderung der musisch-kulturellen Bildung, der Erforschung der neueren emsländischen Geschichte und der Unterstützung des Hospiz-Gedankens im Emsland. Gerade Letzteres war Wisniewsky immer ein wichtiges Anliegen. Dass sich die Hospiz-Vereine zwischen Papenburg und Salzbergen so gut entwickeln konnten, ist auch auf die Initiative des Unternehmers zurückzuführen. Seit ihrem Bestehen hat die Wisniewsky-Stiftung über eine Million Euro an Fördergeldern ausgeschüttet.

Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Entwicklung des Hochschulstandortes in Lingen. Er war der erste Unternehmer in Deutschland, der eine Professur über die Stiftung allein finanzierte, unterstreicht Bröring als Präsident der Stiftung das bildungspolitische Engagement Wisniewskys.

Junge Leute über ein Stipendium zu fördern war Wisniewsky ebenfalls immer sehr wichtig. Daneben war er ein besonderer Freund und Förderer der Lingener Kivelinge, außerdem viele Jahre Präsident der Lingener Bürgerschützen.

2005 wurde er mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Drei Jahre zuvor hatte der große Förderer dieser Region die Emslandmedaille erhalten.

Am Mittwoch ist Alexander Wisniewsky im engsten Familienkreis beerdigt worden. Über seine Stiftung bleibt er unvergessen. (pe)


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