Großeinsatz an Grenze Polizei entdeckt Kokain im Wert von 20.000 Euro bei Kontrolle an A30

Von Jessica Lehbrink und Julia Mausch


Bad Bentheim. Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BTM), sowie Auffälligkeiten hinsichtlich der Ladung von Lkw sind das Resultat einer polizeilichen Großkontrolle am Donnerstag an der A30 nahe der deutsch-niederländischen Grenze. Besonderer Fund: Kokain im Wert von 20.000 Euro.

In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass der Durchgangspunkt an der A30 in die Niederlanden genutzt wird, um Betäubungsmittel zu befördern, erläuterte Nadine Kluge Gornig am Donnerstag als Sprecherin der Polizeidirektion Osnabrück. Die Polizeibeamtin sollte Recht behalten, denn bereits drei Stunden nach Beginn der Kontrolle teilte sie im Gespräch mit unserer Redaktion vor Ort mit, dass an der Raststätte Bentheimer Wald Süd die Fahrt für drei Pkw-Führer beendet worden war.

Mehrere Behörden im Einsatz

Von 9 bis 16 Uhr waren die Beamten der Regionalen Kontrollgruppe der Polizeidirektion Osnabrück – zu dieser zählt auch die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim – sowie Beamte des Zolls, der Bundespolizei und benachbarter Behören im Einsatz gewesen. 30 Beamte waren nach Angaben der Polizeidirektion an der Kontrolle beteiligt gewesen. Auch Diensthunde waren laut Kluge Gornig bei der Großkontrolle zum Aufspüren von illegalen Substanzen eingesetzt worden.

Kokain im Wert von 20.000 Euro

Da sich laut Polizeidirektion Osnabrück Lkw-Unfälle auf Autobahnen aufgrund falscher oder fehlender Ladungssicherung, Übermüdung der Fahrer oder technischer Mängel nahezu täglich ereignen, sind insbesondere die Großfahrzeuge für genauere Betrachtungen aus dem Verkehr gezogen worden. Besonderer Fund: Einsatzkräfte der Bundespolizei stellten in einem Auto 300 Gramm Kokain sicher. Der Straßenhandelspreis beläuft sich auf rund 20.000 Euro. Bei dem Beifahrer fanden die Beamten zudem drei Gramm Marihuana, das er am Körper trug. Der 26-jährige Fahrer und der 31-jährige Beifahrer wurden dem Zollfahndungsamt Essen vor Ort überstellt.

Die Straftaten

Bei der anschließenden länderübergreifenden Fahndungsaktion, die bis in die Morgenstunden andauerte, kontrollierten Einsatzkräfte rund 3.000 Fahrzeuge und 5.000 Personen. In einem weit gefassten Gebiet von der Nordsee bis nach Aachen wurden diverse Verstöße festgestellt – in rund 80 Fällen im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln und ausländerrechtlichen Vorgaben. Noch dazu wurden rund 40 Strafanzeigen unter anderem wegen Diebstahls von zwei Autos oder wegen der Fälschung von Dokumenten gefertigt. Weiter stellten die Beamten auch Gasdruckpistolen, ein Messer, eine Schreckschusswaffe, sowie verschiedene Drogen, darunter mehr als 1,5 Kilogramm Marihuana sowie rund drei Kilogramm Kokain, 3,5 Kilogramm Hanfsamen und 150 Gramm Crack, sicher. Auf einem Parkplatz in der Nähe von Gronau kontrollierten Beamte einen PKW und dessen Insassen. Dabei fanden sie 600 Gramm Marihuana in einer Plastiktüte. Beide Personen wurden vorläufig festgenommen. Insgesamt nahmen die Beamten während der Kontrollaktion 22 Personen fest, 14 Fahrer fuhren unter Alkohol beziehungsweise Drogen, 14 weitere Fahrer hatten keine Fahrerlaubnis.

Langfristiges Umdenken erwünscht

„Wir erhoffen uns von der Kontrolle ein langfristiges Umdenken der Verkehrsteilnehmer“, sagte Kluge Gornig. Sie wünscht sich durch den Kontrolldruck, welchen die Polizei auf Pkw- und Lkw-Fahrer ausübt eine Verbesserung, gestand aber auch ein: „Es gibt keine Argumentation dafür, dass wir von einer Großkontrolle zurücktreten. Eher müssen wir sogar dran bleiben.“ Der Verkehr nehme immer weiter zu – nicht zuletzt durch Speditionsunternehmen. Dass einige Lkw-Fahrer unter zeitlichem Druck stünden, könne Kluge Gornig verstehen. Dennoch: Manipulationen an den im Lkw verzeichneten Lenk- und Ruhezeiten seien keine Maßnahme. „Übermüdungen können zu einer erheblichen Gefahr im Straßenverkehr werden“, betonte die Polizeibeamtin.

Fazit nach Großkontrolle

Das Fazit der Polizeidirektion Osnabrück nach der Großkontrolle an der A30: Überladungen, Überlänge und mangelnde Ladesicherung konnten bei der Kontrolle des gewerblichen Güterverkehrs festgestellt werden. Laut Polizeidirektion beging ein Lkw-Fahrer eine Straftat, da er anstatt einer eigenen die Fahrerkarte seiner Frau dabei hatte. Ihm droht nun ein Strafverfahren. Vereinzelt wurden Betäubungsmittel in zumeist geringen Mengen sichergestellt. In einem Fall jedoch sind 300 Gramm Kokain in einem Pkw gefunden worden. Der Fahrer und Beifahrer sind vorläufig fesgenommen worden. Einen Joint haben die Beamten in einem Grünstreifen an der A30 aufgefunden. Es wird vermutet, dass sich der Besitzer des Joints vor Einfahrt in die Kontrolle entledigt hat.