Kostümfundus und Wohnungen Neubau neben Tanzgalerie in Bernd Rosemeyer-Straße geplant

Von Thomas Pertz


Lingen. Die Tanzgalerie Lorenz im Gebäude der ehemaligen Güterabfertigung an der Bernd Rosemeyer-Straße plant den Bau eines Gebäudes, das sich unmittelbar an den denkmalgeschützten Komplex anschließt. Einzelheiten teilte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses mit.

Danach ist nach Plänen des Lingener Büros WBR Architekten-Ingenieure in Höhe der Zufahrt zur Tanzgalerie im Kurvenbereich neben dem Baustoffhandel Ahues ein zwei- bis dreigeschossiges Haus vorgesehen. Im Erdgeschoss wird der Kostümfundus Platz finden. Im Obergeschoss ist von der Konzeption her studentisches Wohnen möglich. Im Dachgeschoss wird sich eine einzelne Wohnung befinden. Zur Bahnseite hin wird die Fassade aus Lärmschutzgründen geschlossen sein. „Die Abstimmung mit der Denkmalpflege ist erfolgt, wir werden in Kürze die Baugenehmigung erteilen“, sagte Schreinemacher.

Svetlana Lorenz startete 1999

Tanzpädagogin Svetlana Lorenz startete 1999 in Lingen mit einem Studio für Tanzen und Gymnastik. Seit über zehn Jahren leitet sie die Tanzgalerie am aktuellen Standort in der Bernd Rosemeyer Straße. Die Familie erwarb das Gebäude der Güterabfertigung im Jahr 2004. Es folgten unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte eine Sanierung und der Umbau im Inneren. „“In den letzten Jahren ist das alte Bahnhofsviertel in Lingen zum Zentrum eines Neuanfangs geworden. Wirtschaft, Medien und Kunst haben die Lage im Herzen der Stadt für sich entdeckt. In dieses Ensemble fügt sich jetzt auch die Tanzgalerie ein und setzt damit einen weiteren Akzent“, heißt es dazu auf der Homepage der Tanzgalerie.

Zwischen Vergangenheit und Moderne

Kritik am Entwurf für das Bauvorhaben übten die Bürgernahen. Fraktionsmitglied Marc Riße sprach von einem „Klotz“, den er sich in dieser „wunderschönen Ecke“ nicht vorstellen könne. Skeptisch äußerte sich auch Thomas Kühle von Bündnis 90/Die Grünen. Anderer Auffassung war Uwe Hilling für die CDU-Fraktion. Er sprach von einem gelungenen Entwurf. Dieser Bereich der Stadt werde dadurch weiter an Attraktivität gewinnen, zumal gegenüber das Medienhaus der NOZ ebenfalls ein großes Gebäude plane. Seine Fraktionskollegin Marlies Egbers bat darum, bei der Materialabstimmung auf eine attraktive Klinkerfassade zu achten. Dirk Meyer (FDP) sprach von einer gelungenen Verbindung zwischen Vergangenheit und Moderne. Positiv bewertete auch Stefan Wittler (SPD) die Pläne von Lorenz.

Thema Straßensatzung vertagt

Von der Tagesordnung abgesetzt wurde auf Wunsch der CDU-Fraktion das Thema Straßenausbausatzung. Deren Aufhebung hatten die Fraktionen von FDP und Bürgernahen beantragt. Der Stadtrat hatte das Thema, wie in solchen Fällen üblich, an den Fachausschuss verwiesen. Eine Vorlage mit Stellungnahme der Verwaltung zu diesem Thema hatte in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses nicht vorgelegen. Hilling verwies auf die Notwendigkeit einer Stellungnahme aus dem Rathaus zu diesem schwierigen Komplex, um dann weiter zu beraten. Die Verwaltung sei davon ausgegangen, dass in der Sitzung zunächst die Fragen auf den Tisch kämen, meinte Schreinemacher. „Wir werden eine Vorlage liefern, das wird aber eher im August sein“, sagte der Stadtbaurat.

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