Eröffnung am 1. Mai 2019 Arbeiten an alter Gaststätte in Lingen-Wachendorf gehen voran

Von Wilfried Roggendorf


Lingen. Zwei Stapel Rigipsplatten und einige Säcke Zement zeugen vor der ehemaligen Gaststätte Krüssel in Lingen-Wachendorf davon, dass die Renovierungsarbeiten dort vorangehen. Uwe Berger, Inhaber des Kanucamps in Schepsdorf, hatte das teils zerfallene Gebäude im Herbst 2016 von der Stadt Lingen gekauft.

Drei Jahre hat Berger laut dem Vertrag mit der Stadt Lingen Zeit, um dem alten Gemäuer neues Leben einzuhauchen. Dabei ist der Unternehmer gemeinsam mit seiner Ehefrau Nicole ein gutes Stück vorangekommen. Die Wohnung im Obergeschoss des Hauses ist fast komplett renoviert. Zum 1. Juli 2017 wollen die Bergers dort einziehen. „Wenn wir erst einmal vor Ort sind, gehen die Arbeiten auch schneller voran“, sagt Nicole Berger. Sie richtet mit Ehemann Uwe ihren Blick nicht nur von der großen Dachterrasse ihres neuen Zuhauses auf die herrliche Wachendorfer Natur, sondern auch in die Zukunft.

Gastronomie eröffnet am 1. Mai 2019

„Am 1. Mai 2019 feiern wir mit einer großen Party die Eröffnung der Gastronomie“, kündigt Nicole Berger an. Rund 50 Sitzplätze werden im Erdgeschoss des Hauses entstehen. Im Außenbereich sind bis zu 70 Sitzplätze geplant. Während der Raum für die Küche schon fast fertiggestellt ist, gibt es im ehemaligen Schankraum der Gaststätte Krüssel und im Außenbereich noch viel zu tun. „Wir arbeiten unter anderem an einer großen überdachten Außenterrasse und einem befestigten Grillplatz“, erläutert Uwe Berger.

Touren für Menschen mit Behinderung

Von Wachendorf aus plant der Inhaber des Kanucamps Schepsdorf, Touren auch für Menschen mit Behinderung anzubieten. „Dafür müsste an einer Stelle das Emsufer so abgeflacht werden, dass wir auch Rollstuhlfahrer in und aus einem Boot bekommen“, sagt Berger. Dies sei auch in seinen der Stadt Lingen 2016 vorgelegten Konzept enthalten gewesen. Auch Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone hatte sich damals dafür ausgesprochen. „Doch von der Unteren Naturschutzbehörde bei der Stadt habe ich gehört, dass das dafür vorgesehene Geld anderweitig ausgegeben worden sei“, ist sich Berger nicht sicher, sein inklusives Angebot auch Realität werden zu lassen. Bislang zieht er an der Anlandestelle kurz vor der Wachendorfer Emsbrücke schwerere Boote mithilfe der Seilwinde seines Quads aus dem Fluss.

Stadt Lingen möchte unterstützen

Die Stadt Lingen erklärte auf Nachfrage, Berger in dieser Sache unterstützen zu wollen. „Aus Naturschutzsicht ist das kein Problem“, sagte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher. Allerdings fordere das Wasser- und Schifffahrtsamt, dass der Bereich befestigt werden müsse, damit kein Sand in den Fluss abgetragen werde. Dadurch sei die ursprünglich angedachte einfache Uferabflachung mit dem damals angedachten Budget aus bautechnischen und genehmigungsrechtlichen Gründen nicht realisierbar. „Deshalb suchen wir jetzt nach Fördermöglichkeiten und einer anderen technischen Lösung“, sagte Schreinemacher.

Gäste für ökologischen Wert des Gebietes sensibilisieren

Nicole Berger hofft auf eine enge und gute Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde. „Wir sind uns bewusst, dass wir in einem ökologisch wertvollen Gebiet leben werden. Dessen Pflege und Erhalt liegt uns ebenso sehr am Herzen, wie wir unsere Gäste und Besucher für diesen Wert sensibilisieren möchten“, versichert Nicole Berger.


25 Jahre Kanucamp Schepsdorf

Das Kanucamp Schepsdorf feiert am Sonntag, 20. Mai 2018, sein 25-jähriges Bestehen. Ab 12 Uhr bietet das Camp an der Nordlohner Straße 1b verschiedene Aktionen an: Es gibt Motorbootrundfahrten und eine Dschungelrallye mit anschließender Verlosung für Kinder. Kaffee und Kuchen sind ebenso im Angebot wie Gegrilltes und Kaltgetränke. Weiter findet eine Metverkostung statt. Erwachsene und Kinder können an einem Schnupper-Bogenschießen teilnehmen. Beim „Kanudümpeln für kleines Geld“ können Besucher die Ems vor dem Gelände des Kanucamps auf dem Wasser erkunden. „Nimm oder Schwimm“ nennt sich ein Angebot für Familien (zwei Erwachsene und zwei Kinder), für 29 Euro eine Kanutour von Hanekenfähr bis Schepsdorf zu unternehmen. Ab 15 Uhr tritt die Band Shit Happens auf. Zudem sorgt als Walking Act Sad Alex für musikalische Unterhaltung.