Qualifizierte Behandlung des Herzens Lingener Boni ist Schwerpunktklinik Herzinsuffizienz


Lingen. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hat das Bonifatius-Hospital in Lingen als Schwerpunktklinik Herzinsuffizienz (Herzschwäche) zertifiziert.

Mit der Zertifizierung ist nach Darstellung von Professor Dr. Rainer Hoffmann, dem Chefarzt der Kardiologie, dokumentiert, dass die strukturellen, gerätetechnischen und personellen Voraussetzungen für eine hoch qualifizierte, differenzierte Behandlung herzinsuffizienter Patienten entsprechend der Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie gegeben sind. Die Vorgaben betreffen dabei von der bildgebenden Diagnostik über die interventionelle Kardiologie bis hin zur Implantation von Defibrillatoren und einer differenzierten Intensivmedizin weite Bereiche der Kardiologie. In der Kardiologie wurden im letzten Jahr allein über 4000 Patienten stationär behandelt. Weit mehr als 200 Patienten bekamen einen Schrittmacher und/oder Defibrillator implantiert.

Optimale Behandlung zum Ziel gesetzt

Diverse Behandlungsschemata sind durch Behandlungsvorgaben, die am Bonifatius-Hospital Lingen entwickelt wurden, strukturiert vorgegeben. „Das Bonifatius-Hospital Lingen ist bisher das einzige Krankenhaus im Emsland und den angrenzenden Kreisen, das diese Zertifizierung erreicht hat“, freute sich der Chef der Kardiologie. „Unsere Patienten sollen die Sicherheit haben, dass sich ein kompetentes Team die optimale Behandlung zum Ziel gesetzt hat. Das schafft Vertrauen und stabilisiert die Psyche der Patienten.“

„Auf die Einnahme der Medikamente achten“

Ebenso wie Hoffmann appelliert auch Oberarzt Dr. Jochen Michaelsen an die Patienten, penibel auf die Einnahme der Medikamente zu achten: „Im Vergleich zu früher konnte die Pharmaindustrie die Nebenwirkungen stark reduzieren. Deshalb steht es in keinem Verhältnis, aus Sorge vor Nebenwirkungen lebensbedrohliche Zustände in Kauf zu nehmen.“ Wichtig sei zudem, die Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette und Übergewicht zu verringern und das Rauchen zu beenden. Auch Arztempfehlungen zu maximalen Flüssigkeitszufuhren (Getränke) bei einer Herzinsuffizienzerkrankung sollten ernst genommen werden.

„Menschen mit Herzschwäche müssen ihre Erkrankung verstehen“

Über eine optimale medikamentöse und interventionelle Behandlung sowie die Versorgung mit Defibrillatoren beziehungsweise speziellen Schrittmachersystemen hinaus sei ein optimales Verständnis des herzinsuffizienten Patienten für seine Erkrankung ein wesentlicher Baustein verbesserter Lebensqualität und -prognose, betont der Professor.

„Kompetente Schulung“

Am Bonifatius-Hospital werden nach seinen Worten seit einem Jahr herzinsuffiziente Patienten von speziellen Pflegekräften „sehr kompetent“ zu vielen Aspekten der Therapie und einer optimalen Lebensführung geschult.

Netzwerkverbund mit niedergelassenen Kardiologen

Das Bonifatius-Hospital konnte nun in einer nationalen Ausschreibung als eines von vier Krankenhäusern eine Förderung zur Evaluierung des Erfolges der seit einem Jahr durchgeführten Schulung gewinnen. Das Projekt hat dabei in einem Netzwerkverbund mit vier niedergelassenen Kardiologen die Optimierung der Versorgung herzinsuffizienter Patienten zur Zielsetzung.

Hoffmann als Seminarleiter Echokardiografie zertifiziert

Hoffmann ist jetzt auch zertifiziert als Seminarleiter Echokardiografie der Degum (Ultraschallakademie) der Stufe III. Mit dieser höchsten Stufe – Hoffmann musste mindestens 5000 nachweisbare eigene echokardiografische Untersuchungen durchgeführt haben und über 20 Publikationen zu unterschiedlichen Themen der Echokardiografie vorweisen – kann er Ärzte in der Echokardiografie schulen.

Eine der wichtigsten Routineuntersuchungen am Herzen

Es ist das Ziel der Ultraschallakademie, innerhalb der einzelnen Fachgebiete über qualifizierte Seminarleiter auf das Niveau der Ultraschalldiagnostik Einfluss zu nehmen. Die Echokardiografie ist eine der wichtigsten Routineuntersuchungen am Herzen. Sie kann – ohne Strahlenbelastung – über verschiedene Herzerkrankungen Aufschluss geben.


Unter Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) versteht man eine abnorme Folge des Herzschlages. Das Herz gerät aus dem Takt. Das führt in vielen Fällen zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität. Es gibt zudem auch Formen, die zum Schlaganfall führen können oder lebensbedrohlich sind. In den vergangenen Jahren haben sich aufgrund medizinischer Fortschritte die therapeutischen Verfahren zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen rapide weiterentwickelt. Eine erfolgreiche Therapie ist in vielen Fällen möglich.

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