Junge Virtuosen Beeindruckendes Duo spielt in der Kunsthalle Lingen

Von Peter Löning

Mit ergreifendem Zusammenspiel und fabelhaftem Umgang mit Klanggestaltung bei ausgesuchter Programmgestaltung hinterließen sie großen Eindruck im Konzert: Simon Degenkolbe und Helge Aurich.Mit ergreifendem Zusammenspiel und fabelhaftem Umgang mit Klanggestaltung bei ausgesuchter Programmgestaltung hinterließen sie großen Eindruck im Konzert: Simon Degenkolbe und Helge Aurich.

Lingen. Es war, was man anders nicht erwartet hätte, ein beglückend großer Genuss, das erste Konzert „Junge Virtuosen“ in diesem Jahr in der Lingener Kunsthalle mitzuerleben. Zu Gast waren der junge und enorm begabte Klarinettist Simon Degenkolbe, GWK-Förderpreisträger aus 2017, und als sein Klavierbegleiter der mit so einigen Preisen und Stipendien bedachte Pianist Helge Aurich.

Die beiden seien an der Stuttgarter Musikhochschule aufeinandergetroffen, hieß es in der Begrüßungsansprache von Kunsthallendirektorin Meike Behm. Als Duo zeigten sie sich in Lingen klanglich bemerkenswert ausgewogen und perfekt im Zusammenspiel. Beinahe betörend schafften sie es, in den akustischen Besonderheiten der Lingener Kunsthalle die schönsten Seiten zu entlocken. Ein Genuss zu hören, wie Degenkolbes Klarinette Töne scheinbar aus dem Nichts holt, um sie an an das Klavier zu übergeben.

Güterzug beim Finale

Dabei hatten die beiden Künstler ein so intelligentes, wie auch spannendes und wohltuendes Programm im Gepäck. Gleich Eingangs entlocken sie Francis Poulencs Klarinettensonate aus 1963 enorme klangliche Verschmelzungen. Ein durchaus berühmtes Werk mit einer berührend in sich gekehrten Romanze als Mittelsatz.

Tema con variationi von Jean Françaix zeigten sich in aller Schönheit beeindruckend vielgesichtig, mal tänzelnd, mal hoch virtuos, anderenorts überaus lyrisch. In der Einleitung zum furiosen Finale verschaffte sich ein durchfahrender Güterzug einen Platz in der Komposition; eine weitere Besonderheit in der Kunsthalle, die hier bravourös aufgenommen wurde.

Beeindruckende Solostücke

Im Anschluss an drei überaus beeindruckende Solostücke für die Klarinette stand die Sonatina für Klarinette und Klavier von Joseph Horovitz. Große Nähe zum Jazz war in diesem sehr populär gehaltenen Opus zu verspüren. Sehr schmeichelnd in der Melodiegestaltung mit dennoch großer musikalischer Stärke bot auch dieses Werk einen wunderschönen langsamen Satz.

Mit großen Emotionen

Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“ wurde hier sehr interessant auf zwei Wegen begegnet. Zum einen gaben die Musiker eine hochvirtuose, wie effektvolle Rigoletto-Fantasie von Luigi Bassi, ließen dieser dann Franz Liszts Rigoletto-Paraphrase für Klavier allein folgen, das in eindrücklich leichtfingrigem Spiel teilweise die gerade gehörten Themen erneut aufgriff. Eine runde Sache, toll gemacht und fabelhaft musiziert. Ein weiteres wohl sehr bekanntes Werk für diese Besetzung ist das Grand Duo Concertant in Es-Dur von Carl Maria von Weber, das mit einiger Spritzigkeit und großer Emotion diesem Programm einen hervorragenden Abschluss verschaffte. Bravo!

Bereicherndes Forum für Kammerrmusik

Ein gehöriges Dankeschön gilt den beiden Musikern, Simon Degenkolbe und Helge Aurich, für dieses wunderbare Konzert, das natürlich nicht ohne Zugaben enden durfte. Ein ebensolcher Dank geht direkt an die Kunsthalle, die mit ihrer Reihe „Junge Virtuosen“ der gepflegten Kammermusik in Lingen ein bereicherndes Forum bietet.