Zu wenige ehrenamtliche Helfer Abifestival 2018 in Lingen abgesagt

Von Jessica Lehbrink und Mike Röser

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Das Abifestival 2018 ist offiziell abgesagt worden. Foto: Jessica LehbrinkDas Abifestival 2018 ist offiziell abgesagt worden. Foto: Jessica Lehbrink

jleh/mir Lingen. Das Abifestival findet 2018 nicht statt. Dies geht aus einer Mitteilung des Vereins Abifestival seit 1981 hervor. Es gibt zu wenige ehrenamtliche Helfer.

Laut der Pressemitteilung ist für das Abifestival eine einjährige Pause angedacht. Am 15. und 16. Juni hätte die Musikveranstaltung zum 37. Mal stattfinden sollen. Stattdessen wollen sich die Organisatoren an diesen Tagen nun intensiv mit der Fortführung im Jahr 2019 beschäftigen.

„In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag haben wir uns als Organisationsteam deutlich machen müssen, dass eine Durchführung des Festivals in diesem Jahr unter den aktuellen Umständen nicht möglich ist“, wird die erste Vorsitzende des Abifestival-Vereins, Gesa Witzleben, zitiert. Die Entscheidung, dass die Kultveranstaltung in diesem Jahr pausiert, sei mehrheitlich im Verein getroffen worden.

Öffnung erzielt nicht erhoffte Wirkung

Der Grund für die Absage? Nach intensiven Bemühungen und dem Ansprechen verschiedener Akteure sei die Lücke in der ehrenamtlichen Helferstruktur noch zu groß, um die sichere Durchführung des Festivals garantieren zu können, schreiben die Organisatoren. „Die Öffnung auf neue Helferkreise hat nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Eine Unterstützung durch externes Personal ist finanziell nicht zu stemmen“, teilt die Vorsitzende weiter mit.

Umstrukturierung im Jahr 2016

Zum Hintergrund: Das Abifestival wurde bis 2016 vom jeweils aktuellen Abiturjahrgang organisiert. Dies gestaltete sich aufgrund gestiegener Auflagen für die Veranstaltung, der jüngeren Abiturienten durch G8 sowie wegen des immer weiter sinkenden Interesses der Schüler als immer schwieriger. Deshalb ist in Zusammenarbeit mit dem Abifestival-Förderverein nach dem Festival 2016 entschieden worden, den Verein Abifestival seit 1981, in dem bis dato nur Abiturienten Mitglied sein durften, für alle Interessierten zu öffnen. Dieser Entscheidung vorweg gegangen waren kontroverse Diskussionen in beiden Vereinen.

Finanzielle Konsequenzen

2017 gelang es unter großen Anstrengungen, genügend Helfer zu gewinnen – auch wenn schon Kritik an der geringen Beteiligung des aktuellen Abitur-Jahrgangs laut wurde. In diesem Jahr allerdings bleiben die helfenden Hände aus, und so bliebe als letzte Konsequenz, die Handbremse zu ziehen, heißt es in der Mitteilung der Organisatoren. Die Auswirkungen für den Verein sollen so begrenzt werden: Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage für den Abifestival- sowie auch für den Förderverein finanziell noch möglich. Vertragsstrafen werden aber auch so nicht ausbleiben.

„Wir kommen wieder“

Die notwendigen Schritte für die Absage seien bereits mit der Stadt Lingen und allen weiteren Beteiligten abgestimmt worden. Die gute Zusammenarbeit mit der Ordnungsbehörde solle auch die Basis für die Zukunft bilden, betonen die Organisatoren. Bereits jetzt beginne aber die Planung des Festivals 2019, das neu ausgerichtet werden soll. Für neue Werbepartner und mögliche Helfer soll es attraktiver werden. Der Tenor der Mitgliederversammlung sei deutlich gewesen: „Wir kommen 2019 mit dem Abifestival zurück“.

Bedauern seitens der Stadt

„Das Abifestival ist ein besonderes Aushängeschild für Lingen und hat den Namen unserer Stadt in der Festivalszene weit über die Landkreisgrenze hinaus bekannt gemacht. Umso bedauerlicher ist es, dass das Festival in diesem Jahr nicht stattfinden wird“, sagte Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone auf Anfrage unserer Redaktion. Es sei sehr schade, dass nicht genügend Helfer für das Festivals gewonnen werden konnten. „Die Stadt Lingen unterstützt den Verein Abifestival seit 1981 auf jeden Fall in organisatorischer und finanzieller Hinsicht weiterhin. In diesem Jahr wurde der Zuschuss sogar auf 20.000 Euro erhöht. Ich hoffe sehr, dass das Abifestival im kommenden Jahr wieder Bestandteil des Festivalkalenders ist“, so Krone.


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