Platz für Pause und Picknick Narjes-Garten in der Lingener Innenstadt neu gestaltet

Von Wilfried Roggendorf


Lingen. Das Umfeld des Narjes-Garten beim Lingener Parkhügel ist jetzt neu gestaltet worden. Um die Pflege wird sich der Seniorenverein Gelingen kümmern, der in der benachbarten Lookenstraße seinen Sitz hat.

„Hier ist ein würdiger Platz entstanden, wie man es sich seit Jahren gewünscht hat“, erklärte Oberbürgermeister Dieter Krone am Mittwoch , 2. Mai 2018, im Beisein von Vertretern des Vereins Gelingen, des Kinder- und Jugendparlamentes, der Politik, der bauausführenden Firma Friesen und des Bauhofes. Es sei eine Anregung aus der Bevölkerung gewesen, den Platz beim Machuriusbrunnen, bei dem das Wasser jetzt wieder fließe, besser zu gestalten, sagte Krone. Dafür habe die Stadt rund 50.000 Euro investiert.

Sitzlandschaft mit Bänken und drehbaren Tischen

Entstanden ist eine Sitzlandschaft mit Bänken und drehbaren Tischen, die zu Pause und Picknick einlädt. Durch die Befestigung von Wegen sei es möglich „trockenen Fußes“ auf den Platz zu gelangen, betonte der Oberbürgermeister. Die Nähe zur Mall und dem darin befindlichen Eiscafé sei der Stadt wichtig gewesen. Neben den Sitzgelegenheiten wurde auch ein Hochbeet errichtet, das von Mitgliedern des Vereins Gelingen und des Kinder- und Jugendparlaments mit Kräutern und Salaten bepflanzt wurde. Diese stehen allen Bürgern zur Verfügung. „Das sogenannte ‚urban gardening‘ ist angesagt“, erklärte Krone. Es würden hierzu weitere geeignete Flächen in der Stadt gesucht.

Hermes: Gibt noch viele Möglichkeiten

Die Gelingen-Vorsitzende Ingrid Hermes sagte, dass mit der Neugestaltung des Parks ein weiterer Baustein in diesem Quartier geschaffen worden sei. „Aber es gibt noch viele Möglichkeiten und Luft nach oben, hier ein Schmuckkästchen zu gestalten“, betonte Hermes. Vieles könne dabei auch in Eigenleistung geschaffen werden. Eine Einhausung der auf der benachbarten Fläche stehenden Müllcontainer könnte ein nächster Schritt sein, sagte Stadtbaurat Lothar Schreinemacher. „Das wird aber nicht einfach, weil wir dabei auf die Mitwirkung der Eigentümer angewiesen sind.“ Krone erklärte, dass hierzu auch Gespräche mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Emsland geführt würden.

Keine Öffnung des Parkhügels

Eine erneute Absage erteilte Krone auf Nachfrage unserer Redaktion der von einigen Bürgern vor längerer Zeit geforderten Öffnung des seit Jahren gesperrten Parkhügels. „Hier ist etwas Ebenerdiges entstanden und hier liegt unsere Priorität“, sagte der Oberbürgermeister. In Bezug auf Spielmöglichkeiten verwies er auf den fußläufig zu erreichenden Kivelingsspielplatz.


Narjes-Park

Der Park ist nach der Fabrikanten- und Bankiersfamilie Narjes benannt, die im 19. Jahrhundert das an der Ecke Marienstraße/Lookenstraße stehende Drostenhaus erworben hatte. Das Haus wurde 1646 von einem niederländischen Adligen erbaut und 1945 bei den letzten Kämpfen um Lingen im Zweiten Weltkrieg zerstört. Hinter diesem Haus befanden sich ein Hof, eine Scheune und ein großer Garten, der sich bis zum Bereich der Poststraße erstreckte. In diesem Narjes-Park fanden in den 1920er- und 30er-Jahren häufiger größere Feste statt.