Maifeier der KAB Emsland Festgottesdienst in Karosseriehalle in Lingen

Von Christiane Adam

Hielten miteinander den Gottesdienst bei der KAB-Maifeier: v.l. Pfarrer Jürgen Altmeppen, Geschäftsführer Hermann Meyering, Pastor Georg Klesse, Bezirksvorsitzende Claudia Burrichter, Diakon Christian Eilers und KAB-Vorsitzender Bernhard Meiners von der Lingener Gemeinde Maria Königin. Foto: Christiane AdamHielten miteinander den Gottesdienst bei der KAB-Maifeier: v.l. Pfarrer Jürgen Altmeppen, Geschäftsführer Hermann Meyering, Pastor Georg Klesse, Bezirksvorsitzende Claudia Burrichter, Diakon Christian Eilers und KAB-Vorsitzender Bernhard Meiners von der Lingener Gemeinde Maria Königin. Foto: Christiane Adam

Lingen. Dort, wo sonst Busse gewartet werden, hat der Unterbezirk Emsland der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) am Freitagabend Gottesdienst gefeiert. Die traditionelle Maifeier der KAB fand in diesem Jahr auf dem Gelände der Firma Meyering Reisen in Lingen-Schepsdorf statt.

In der Karosseriehalle zelebrierten Pastor Georg Klesse, Präses der KAB Maria Königin, Pfarrer Jürgen Altmeppen als Bezirkspräses Emsland/Grafschaft Bentheim und Diakon Christian Eilers als Diözesanpräses den Festgottesdienst. In seiner Predigt sprach Pastor Klesse davon, dass der Mensch nicht aufgeben dürfe und nahm dabei Bezug auf die Jünger Jesu, die nach dessen Tod zunächst hoffnungslos waren, nach seinem Erscheinen aber wieder volle Fischernetze an Land bringen konnten.

„Sie arbeiten nicht vergebens! Oder doch?“

Claudia Burrichter, ehrenamtliche Bezirksvorsitzende und Mitglied der Diözesanleitung, knüpfte mit ihrem Maiaufruf daran an. Unter dem Motto „Sie arbeiten nicht vergebens! Oder doch?“ prangerte sie die stellenweise Aushebelung des Mindestlohns, den Missbrauch von Leiharbeit und Werksverträgen und das Fehlen von Tarifbindung oder betrieblicher Mitbestimmung an. „Wir als KAB wollen, dass sich niemand fragen muss, ob sein Arbeitsplatz sicher ist oder ob die Rente ausreicht“, unterstrich sie. Gleichzeitig forderte sie gleichen Lohn für gleiche Arbeit, „besonders für uns Frauen“. Gegen Rassismus und Druck von rechts sprach sie sich im Einklang mit dem KAB-Bundesverbandsbeschluss aus. Eine Grundforderung der KAB, nämlich den arbeitsfreien Sonntag, bekräftigte Burrichter noch einmal.

Dank

Der KAB-Vorsitzende, Bernhard Meiners von der Lingener Gemeinde Maria Königin, dankte Hermann Meyering dafür, dass dieser sein Gelände für die Maifeier zur Verfügung gestellt hatte. Meyering nutzte die Gelegenheit, sich und seine Familie vorzustellen. Gemeinsam mit seiner Frau habe er vier Töchter, von denen zwei ebenfalls am Gottesdienst teilgenommen hatten. Er betonte, dass er darauf hoffe, dass eine seiner Töchter den Betrieb weiterführen werde, da es sich bei der Firma Meyering um einen Traditionsbetrieb in Familienhand handele. Spontanen Applaus gaben die KABler auf die Aussage, dass Meyerings Großvater 1930 mit dem regelmäßigen Linienverkehr zwischen Lingen und Nordhorn den Grundstein für das mittlerweile 50 Busse umfassende Unternehmen gelegt hatte.

Einblicke

Interessante Einblicke gewährte Meyering den Anwesenden in die jüngste Firmengeschichte und schilderte, wie nach einem Großbrand das Gelände erweitert wurde – unter anderem durch Tausch mit Kirchengrundbesitz – und wie das neue Gelände so konzipiert wurde, dass die Busse nunmehr nicht mehr gezwungen seien, rückwärts zu fahren. In der Karosseriehalle, die an dem Abend für den Gottesdienst leergeräumt war, könne man die Hauptuntersuchung der Fahrzeuge durchführen lassen; in einem Stockwerk würden die Busfahrer theoretisch geschult. „Unsere Philosophie ist, möglichst alles hier im Haus machen zu können“, erläuterte der Unternehmer. Das Gelände stand anschließend für Besichtigungen zur Verfügung. Weiteres zwangloses Zusammensein fand unter dem Dach der Karosseriehalle statt.


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