Nostalgie mit David Hasselhoff 1200 Besucher feiern den „Hoff“ in Lingener Arena

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Lingen. In seinem Gefährt K.I.T.T. ist er als „fahrender Ritter“ in den 80ern über die Fernsehbildschirme gerast; 1989 hat er auf der Berliner Mauer nach Freiheit gesucht; mehr als 20 Jahre lang hat er als Rettungsschwimmer in signalroten Shorts das Leben vieler Menschen am Strande von Malibu und Hawai bewahrt – und am 27. April 2018 hat er in der Lingener Emslandarena auf der Bühne gestanden: David Hasselhoff.

Hasselhoff-Fan-Shirts, Masken, mit dem Aufdruck seines Gesichtes, sogar Besucher in voller Baywatch-Montur samt Rettungsboje unter dem Arm: So mancher hat sich am Freitagabend nicht lumpen lassen, um seine Fan-Liebe zum „Hoff“ zu bekunden. Schon vor Beginn des Konzertes singen Besucher auf dem Parkplatz sowie im Foyer der Emslandarena Kultsongs des Künstlers.

Schluss mit Fehltritten

In wie vielen Zimmern hingen Poster von David Hasselhoff? Wie viele Frauen verfielen beim Anblick des Stars in den 80er- und 90er-Jahren wohl in eine regelrechte Manie? Wie viele Männer wollten zu seinen besten Zeiten sein wie der lässige Typ in Lederjacke?

Doch seine besten Zeiten hat der Amerikaner gefühlt weit hinter sich gelassen – so zunächst die Vermutung, hat es in den vergangenen Jahren doch manche Fehltritte gegeben. Doch vorbei scheinen die Zeiten der Alkohol-Exzesse; Schluss mit beschämenden Video-Auftritten im Internet. Hasselhoff scheint mit sich im Reinen.

Publikum tanzt auf Stühlen

Unerwartet viele der 1200 Besucher zeigen sich als Fans der ersten Stunde. So auch Michael aus Haren-Altenberge. Er und seine Männertruppe bekennen sich in auffällig roten Baywatch-Pullovern zu Hasselhoff. „Wir sind damit groß geworden: Knight Rider, Baywatch – all das.“ Und in der Tat: Was der 65-jährige Hasselhoff da auf die Bühne zaubert, und welche gar als euphorisch zu bezeichnende Laune er verbreitet, kann sich sehen lassen. Trotz einer kompletten Bestuhlung der Arena, nutzt das Publikum die Möbel viel eher dafür, um darauf zu tanzen und um Blicke auf den „Hoff“ zu erhaschen.

Selbstparodie des „Hoff“

Ferne Erinnerungen, die mit einem großen Schmunzeln in der hintersten Schublade des Gedächtnisses verstaut waren, sind wieder hervorgeholt worden – und die rund 1200 Besuchern feiern es. Stets begleitet von Videos aus den vergangenen Jahrzehnten, die meist vor Kitsch nur so sprühen, parodiert sich Hasselhoff selbst, nimmt somit anderen Leuten die Angriffsfläche. Gekonnt – und sympathisch.

Wie in 1989

Nach Hits wie „Hooked on a feeling“ und „Jump in my car“, folgen in der zweiten Hälfte unter anderem der Baywatch-Titelsong „I‘m always here“ und „Crazy for you“. Und dann endlich – der Song, der Hasselhoff nach seinem Auftritt auf der Berliner Mauer zu einem Platz in der Ruhmeshalle verholfen hatte: „Looking for freedom“. Unverzichtbar: die blinkende Lederjacke samt Klaviertasten-Schal um den Hals, getreu dem Auftritt in 1989.

K.I.T.T. im Foyer

Es ist ein wenig zu viel von allem – und doch ist es unverzichtbar, denn als Gesamtkonzept ergibt alles einen Sinn: ein Nachbau des sprechenden Autos K.I.T.T. im Foyer der Arena, die aufdringliche Lichtshow und sogar die schaurig-schöne blinkende Jacke.

Letztlich ist das Konzert von David Hasselhoff mit einem großen Augenzwinkern zu sehen. Von seinen musikalischen Künsten mag man überzeugt sein oder nicht, aber eines war der Schauspieler und Sänger in jedem Fall: sympathisch. „Ich liebe euch alle“ und „Ihr seid die Besten“, bedankt sich der „Hoff“ beim Publikum.


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