Spanische Coverband Gute Musik, aber wenig Stimmung bei Dire Straits in Lingen

Von Peter Löning

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Stark musiziert, aber müde transportiert brachten die „Brothers in Band“ edelste Musik der „Dire Straits“ ins nur lau besetzte Theater an der Wilhelmshöhe. Foto: Peter LöningStark musiziert, aber müde transportiert brachten die „Brothers in Band“ edelste Musik der „Dire Straits“ ins nur lau besetzte Theater an der Wilhelmshöhe. Foto: Peter Löning

Lingen. Da hat sich die „Brothers in Band“ wohl ein wenig verrechnet. Die Frage nämlich, wie es passieren kann, dass sie ihr Gastspiel im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe, trotz super musikalischer Leistung, vor weit überwiegend leeren Bänken geben mussten, lässt sich am leichtesten mit der Preisgestaltung der Eintrittskarten erklären.

Die ohnehin grenzwertig teuren Karten (54 Euro für die vorderen Reihen) konnten nämlich offensichtlich zu VIP-Tickets aufgestockt werden (was den Preis beinahe verdoppelte). Zeitweise schien es, dass nur diese Karten zu bekommen sind. Am Ende waren es keine 200 Fans, die sich auf „The Very Best of Dire Straits“ freuten, und sich angesichts üppig installierter Technik auf zweieinhalb Stunden des Feinsten aus der jüngeren Musikgeschichte einstellen konnten.

Beeindruckender Gitarrenklang

Und ja, die spanische Cover-Band hat es drauf. Noch immer mit Spannung erwartet, der Klang der Sologitarre – lange war es doch ein Rätsel, wie einst Band Leader Mark Knopfler seinen sehr eigenen Gitarrensound erzeugt. Inzwischen ist das Rätsel gelöst, der Sound kopierbar gemacht und natürlich klangen hier alle Gitarren genau so, wie sie klingen sollten. Oscar Rosende, Gitarrist und Sänger, zeigte sich beeindruckend souverän im Umgang mit den Instrumenten. Ein überaus fähiger und versierter Gitarrist, der Knopflers Spiel mehr als glaubhaft zu reproduzieren weiß.

Sehr instrumental

Im Zusammenspiel mit dem Rest der neunköpfigen Live-Band entsteht die Musik der Dire Straits beeindruckend, neu klangvoll und sehr instrumental. Gleichwohl war es die lustvolle Konzertatmosphäre, die im so dünn besetzten Theatersaal fehlte. Verschiedentliche Anläufe, durch Aufstehen und Mitklatschen ein wenig Bewegung in den Abend zu bringen, schlugen letztlich fehl.

Aufwendige Lichttechnik

Die Performance auf der Bühne – und das verstärkt die Enttäuschung bei diesem Konzert – verhielt sich über lange Strecken äußerst sparsam, bis hin zum Standbild, das die Musiker mit gelangweilten Blicken ihre Arbeit verrichten zeigte. Alle aufwendig inszenierte Lichttechnik konnte da nicht gegensteuern.

Keine singbaren Refrains

Nun ist Dire Straits‘ Balladen-lastige Musik hier vielleicht anfällig: Keine kurzen, knackigen Songs mit Background Girls und mitsingbaren Refrains… Solche Verweigerung an öden Regeln der Popmusikindustrie, machten in den 1980er-Jahren die Dire Straits einst sehr besonders und bei ihren Songs mit beinahe endlos sich aufbauenden ‚Intros‘ und noch längeren ‚Outros‘ brannte gehörig die Luft.

Hier brannte erst einmal nichts, und bei aller perfekt reproduzierter Balladenlust, war die Freude immer wieder groß, wenn es an aufgelockerten Rock n‘ Roll ging.

Party erst zum Schluss

Erst im Finale – und das rückt einiges nachhaltig gerade – war auch die Band zur Party geneigt und die Stimmung stieg merklich. So hätte es von Anfang an sein sollen. Schade.


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