Klischees aufbrechen Zukunftstag in Lingen: Berufsorientierung für Jungen und Mädchen

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Lingen. Krankenpflegerin oder Tischler: Manche Berufe gelten als geschlechterspezifisch. Ziel des jährlichen Zukunftstages ist deshalb auch, Klischees aufzubrechen. Einige Angebote zur Berufsorientierung für Jungen und Mädchen hat es am 26. April 2018 auf dem Campus Lingen und in der Halle IV gegeben.

Dass man als Frau durchaus in einem von Männern dominierten Beruf bestehen kann, zeigte Tischlergesellin Christin Schmackers in einer Runde mit Schülerinnen. „Das Besondere am Tischlerberuf ist, dass wir nicht nur mit Holz, sondern auch mit Lacken, Aluminium und Elektronik arbeiten“, berichtete Schmackers. Es komme hier weniger auf die Theorie, dafür mehr auf eine gute Umsetzung an. „Ich glaube, Tischlereibetriebe freuen sich, wenn sich auch Mädchen für diesen Beruf interessieren.“

Soziale Dienste klären auf

Vorgestellt worden sind unter anderem auch Berufe wie Redakteurin und Moderatorin am Beispiel des lokalen Radiosenders Ems-Vechte-Welle, Chemikantin oder Bestattungsfachkraft. Genauso sind einige Stände von sozialen Einrichtungen vertreten gewesen, darunter auch der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) aus Lingen. Dort sollten Mädchen über das Thema Verhütung und Schwangerschaft aufgeklärt werden. „Wir möchten verdeutlichen, dass man rund um die Uhr für ein Baby verantwortlich ist“, sagte Ulla Rott, während eine interessierte Schülerin ein Simulationsbaby auf dem Arm hielt. Die Puppe solle zwar nicht als Abschreckung dienen, dennoch: „Wenn man als junge Frau ein Baby bekommt, muss klar sein, dass zum Beispiel schnelle Verabredungen über das Handy nicht mehr in dem Maße machbar sind“, verdeutlichte Rott.

Soziale Beruf im Fokus

Ein paar Schritte weiter, auf dem Campus Lingen, haben sich die Jungen informiert. Im Fokus haben dabei Berufe im sozialen Bereich gestanden, darunter auch Heilerziehungspflege. „Ich habe festgestellt, dass die Jungs oft nicht wissen, was Heilerziehungspflege bedeutet“, sagte Sebastian Schöttmer vom Christophorus-Werk in Lingen. Es gehe in diesem Beruf vor allem um die Arbeit mit behinderten Menschen. Gerade in Zeiten der Inklusion wünscht sich Schöttmer diesbezüglich mehr Offenheit. „Wenn nur einer oder zwei der Teilnehmer später den Beruf des Heilerziehungspflegers ergreifen, dann ist das ein großer Erfolg“, hob er hervor. Zudem sagte Henning Lohle, zuständig für die Kinder- und Jugendhilfe im Christophorus-Werk, dass soziale Berufe nicht mehr so schlecht bezahlt würden, wie in der Öffentlichkeit kolportiert wird . „Die Politik ist da schon tätig“, bestätigte Lohle.

Roboter tanzen lassen

Einige Mädchen auf dem Campus hingegen haben Technik-Workshops belegt, indenen sie beispielsweise das einfache Programmieren am Laptop erlernen konnten. Einen Mini-Roboter mit Programmbefehlen später im Takt zur eigens ausgesuchten Musik tanzen lassen, zählte mit dazu. „So haben sie direkt ein Erfolgserlebnis“, meinte Prof. Liane Haak vom Campus Lingen. Die Lehrende für Wirtschaftsinformatik sagte zudem, dass ihr Bereich dem Klischee unterstellt sei, zu viel Mathematik zu beinhalten. Dies schrecke manche Frauen ab. „Natürlich kommt auch Mathe vor, aber vor allem ist Wirtschaftinformatik praxisnah und nah am Menschen“, betonte Haak.

Positives Resümee

Schülerin Greta Schöffhausen hat schon während des Zukunftstages ein positives Resümee gezogen: „Es hat geholfen heute hier gewesen zu sein, um mal einen anderen Eindruck von Allem zu bekommen.“ Die 15-Jährige hat sogar schon eine berufliche Tendenz ausmachen können: „Wirtschaftspsychologie. Das fand ich interessant.“


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