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26.04.2018, 17:45 Uhr MILLIONENFACHER TOD IM ERSTEN WELTKRIEG

Mit dem Nationalismus in den Abgrund

Kommentar von Ludger Jungeblut

Das Schicksal des Lingener Soldaten Heinrich Lagemann (1896-1918) und seiner Familie zeigt das Emslandmuseum Lingen 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs in einer Ausstellung. Diese ist noch bis zum 8. Juli zu sehen. Foto: EmslandmuseumDas Schicksal des Lingener Soldaten Heinrich Lagemann (1896-1918) und seiner Familie zeigt das Emslandmuseum Lingen 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs in einer Ausstellung. Diese ist noch bis zum 8. Juli zu sehen. Foto: Emslandmuseum

Lingen. Anhand des Schicksals des 22-jährigen Heinrich Lagemann aus Lingen, der im Ersten Weltkrieg starb, wird deutlich, wohin Nationalismus führen kann. Ein Kommentar.

Im Ersten Weltkrieg starben 9,7 Millionen Soldaten. Einer von ihnen war der 22-jährige Heinrich Lagemann aus Lingen. Die jungen Männer starben nicht den Heldentod, sondern verbluteten jämmerlich im Stellungskrieg.

Der aus Osnabrück stammende Schriftsteller Erich Maria Remarque hat das Grauen in dem Buch „Im Westen nichts Neues“ eindrucksvoll beschrieben. Die Soldaten und zehn Millionen Zivilisten mussten mit ihrem Leben dafür bezahlen, dass die Politiker der europäischen Großmächte nicht in der Lage waren, Konflikte friedlich zu lösen. Fast jede Familie – auch im Emsland – hatte Tote zu beklagen. Historiker nennen den Ersten Weltkrieg die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts.

Dem Emslandmuseum in Lingen kommt das Verdienst zu, mit der Präsentation des Kurzfilms anhand des Schicksals von Heinrich Lagemann darauf hinzuweisen, wie der Nationalismus die Völker in den Abgrund führte.

Doch Kriegstreiber aller Couleur haben 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg immer noch nicht ausgedient: Allein im Syrienkrieg sind mehr als 400000 Menschen gestorben.


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