Komödie auch für Nichtfußballer „Deutschland gucken im Lingener Theater

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Eine Komödie passend zur bevorstehenden Fußball-WM 2018. Foto ChristianRolfesEine Komödie passend zur bevorstehenden Fußball-WM 2018. Foto ChristianRolfes

Lingen . Passend zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft dürfen sich die Besucher des Theaters an der Wilhelmshöhe am Freitag, 11. Mai, um 20 Uhr auf eine Komödie zum Thema Fußball freuen. Die drei Freunde Dieter, Bodo und Lutz sehen sich immer gemeinsam alle Deutschland-Spiele im Fernsehen an. Immer zu dritt, immer die alte Gang, ein nie hinterfragtes Ritual.

Zusammen sind sie 2006 gegen Italien ausgeschieden, haben 2002 gegen die Faröer gezittert und 2014 den vierten Stern geholt. Auch wenn die Gemeinsamkeiten zwischen den Dreien bei genauerem Hinsehen gar nicht so groß sind. Lutz mag keine Menschen und verweigert sich seit Jahren jedem Leistungsgedanken. Dieter ist ein hart arbeitender Familienvater, der vor lauter Arbeit kaum zum Nachdenken kommt. Bodo wiederum hat geerbt und könnte den ganzen Tag nachdenken, wenn er nur wüsste, worüber. Beim Torjubel aber sind sie alle gleich. Kontrovers diskutiert wird allenfalls über taktische Fouls und die Moderation von Béla Réthy.

Dokumentarfilmerin

Das ändert sich schlagartig, als Bodo eines Abends auf die wenig glorreiche Idee verfällt, seine neue Freundin Solveig mitzubringen. Und damit nicht genug, Solveig ist Dokumentarfilmerin und arbeitet gerade an einem Projekt für „arte“: Sie will dokumentieren, welche Auswirkungen der WM-Sieg auf die deutsche Psyche hat. Die drei sollen sich filmen lassen, während sie Fußball gucken. Die Freunde begehen einen folgenschweren Fehler, sie sagen ja.

Ganz neue Dynamik

Plötzlich entwickelt der Abend eine ganz neue Dynamik, und es geht nun um Fragen wie. Gibt es wirklich einen neuen, sympathischen Nationalismus? Gehen die Deutschen tatsächlich anders als die Gauchos? Und wie peinlich ist der Satz: „Ich bin Dieter und stolz Deutscher zu sein.“ Ohne Frage: Sehr peinlich, andererseits, wenn man nun mal Dieter heißt? – Wo früher wortloses Einverständnis war, scheint plötzlich alles infrage gestellt. Die jahrelange Freundschaft, aber auch Identitäten, Lebensentwürfe und das Nationalgefühl. Darf man in Deutschland patriotisch sein oder ist man dann gleich Nationalist?


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