Wanderung mit Bernward Rusche vom Nabu In Lingen leben bis zu 80 Vogelarten

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Lingen. Große Resonanz hat am Samstagmorgen die vogelkundliche Wanderung durch die Stadt Lingen mit Bernward Rusche vom Naturschutzbund (Nabu) Emsland-Süd gefunden.

Rund 60 Interessierte, darunter auch Kinder, nahmen daran teil. So viele waren es noch nie. Ausgangspunkt der eineinhalbstündigen Wanderung war die Bonifatiuskirche, auf deren Turm ein Uhu von November bis März Quartier bezogen hatte. „Vielleicht kommt er im Herbst wieder“, meinte Rusche.

Auch einen Kleiber beobachtet

Hautnah konnten die Teilnehmer beim Emslandmuseum einen Kleiber vor einem Nistkasten beobachten. Zwei Blaumeisen versuchten, ihm die Nistmöglichkeit streitig zu machen. Die Wanderung führte durch den Amtsgerichtspark zum Bonifatius-Hospital und zum kleinen Park am Konrad-Adenauer-Ring, von dort weiter zum Alten Friedhof bis zum Dortmund-Ems-Kanal und schließlich durch die Innenstadt zur Bonifatiuskirche zurück.

Gesang der Vögel den einzelnen Arten zugeordnet

Immer wieder gruppierten sich die Teilnehmer um den Nabu-Experten, wenn er den Gesang der Vögel den einzelnen Arten, darunter auch Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Zilpzalp und Grünfink zuordnete. „

Faszinierende Leistungen der gefiederten Freunde

Im Lingener Stadtgebiet gibt es zwischen 70 und 80 Vogelarten“, sagte Rusche. In humorvoller Weise verwies er auf faszinierende Leistungen beziehungsweise Verhaltensweisen der gefiederten Freunde. „Im Vergleich zu seinem geringen Körpergewicht von wenigen Gramm singt der Zaunkönig extrem laut. Würde man den Menschen mit seinem Gewicht als Vergleich heranziehen, würde dessen Stimme noch in 200 Kilometer Entfernung zu hören sein.“

Amseln haben in der Stadt eine höhere Lebenserwartung

Untersuchungen hätten ergeben, dass die Amseln in der Stadt zwar nicht so gesund wie im Wald seien (häufig sind Flügel gebrochen), aber trotzdem eine höhere Lebenserwartung hätten, weil es in der Stadt weniger Feinde gebe. „Amseln hüpfen auf dem Rasen herum, weil sie damit Regen simulieren, sodass die Regenwürmer an die Oberfläche kommen, wo sie dann von den Amseln nach dem ,Regentanz‘ gefressen werden.“

Bestand der Stare stark zurückgegangen

Nach Rusches Worten haben die Stare besonders unter dem Insektensterben gelitten. „Seit 2006 gibt es in Deutschland über zwölf Millionen Vogelbrutpaare weniger; rund 20 Prozent der verloren gegangenen Vögel stellt allein der Star, Vogel des Jahres 2018. Mit fast 2,6 Millionen Brutpaaren weniger, ist diese Art leider ganz besonders betroffen.“ Der Bestand an Grünfinken habe anscheinend nach einem Befall durch einzellige Parasiten hingegen wieder etwas zugenommen.

Rabenkrähen besonders intelligent

Der Nabu-Experte betonte, dass Rabenkrähen besonders intelligent seien. „Man hat beobachtet, dass die Tiere während der Rotphase Nüsse vor Ampelkreuzungen fallen ließen. Nachdem die Nüsse durch die bei Grün fahrenden Autos aufgebrochen waren, nutzten die Krähen die nächste Rotphase, um die Nüsse zu fressen.“

Zumindest einige Ecken im Garten naturnah belassen

Rusche appellierte an die Gartenbesitzer, zumindest einige Ecken naturnah zu belassen und auf den Einsatz von Laubbläsern, der viele Insekten vernichte, zu verzichten. Im Übrigen verwies er auf die Bedeutung von Bäumen in der Stadt als Sauerstoffspender. Friedhöfe könnten durch das Pflanzen heimischer Gehölze ökologisch noch weiter aufgewertet werden.

Nächster Termin am 5. Mai um 8 Uhr

Die nächste vogelkundliche Wanderung mit Bernward Rusche in Lingen findet statt am Samstag, 5. Mai. Treffpunkt ist wieder um 8 Uhr am Brunnen vor der Bonifatiuskirche. Für die Teilnehmer entstehen keine Kosten; es wird aber anschließend um eine Spende für den Nabu gebeten.

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