Kivelinge: Sind überglücklich Ministerium schlägt Kivelingsfest in Lingen als Unesco-Kulturerbe vor

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Als „Bereicherung für alle“ hat Kultusminister Björn Thümler das Kivelingsfest in Lingen (hier ein Bild von Pfingsten 2017) bezeichnet - sein Ministerium hat es nun als Unesco-Kulturerbe vorgeschlagen. Foto: Thomas PertzAls „Bereicherung für alle“ hat Kultusminister Björn Thümler das Kivelingsfest in Lingen (hier ein Bild von Pfingsten 2017) bezeichnet - sein Ministerium hat es nun als Unesco-Kulturerbe vorgeschlagen. Foto: Thomas Pertz

Lingen. Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur schlägt das alle drei Jahre stattfindende Kivelingsfest in Lingen als immaterielles Unesco-Kulturerbe vor. Das hat das Ministerium am 13. April 2018 mitgeteilt.

Wie aus der Mitteilung hervor geht, schlägt das Ministerium neben dem Kivelingsfest auch das Müllerhandwerk in Wind- und Wassermühlen für die internationale Liste des immateriellen Erbes der Unesco vor.

Grundlage zur Anmeldung

Im Laufe des Jahres werden demnach alle von den Bundesländern eingereichten Anträge von einem unabhängigen Expertengremium bei der Deutschen Unesco-Kommission geprüft. Die Anträge, die den internationalen Richtlinien entsprechen, bilden das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Es ist die Grundlage für Anmeldungen zur internationalen Unesco-Liste.

Thümler: Bereicherung für uns alle

„Das Lingener Kivelingsfest und das Handwerk der Müllerinnen und Müller in Wind- und Wassermühlen sind gelebte Traditionen in unserem Land, die sich durch das große Engagement vieler Niedersächsinnen und Niedersachsen auszeichnen. Sie laden ein, sich mit unserer kulturellen Geschichte zu beschäftigen, und sind eine Bereicherung für uns alle“, wird Landeskulturminister Björn Thümler in der Mitteilung seines Ministeriums zitiert.

Weitergeleitet an Kultusministerkonferenz

Niedersächsische Gemeinschaften und Gruppen, die gelebte Traditionen vertreten und weitergeben, konnten sich 2017 beim Ministerium bewerben, um vom Land für die Aufnahme in das nationale Verzeichnis immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen zu werden. Alle Anträge seien durch eine Expertenjury geprüft. Die beiden ausgewählten Traditionen würden nun an die Kultusministerkonferenz weitergeleitet.

Mehr als 600 Jahre Tradition

Das Kivelingsfest in Lingen ist ein historisches Volksfest, das alle drei Jahre am Pfingstwochenende vom eingetragenen Verein „Bürgersöhne-Aufzug zu Lingen Die Kivelinge von 1372“ organisiert wird. Die Mitglieder des Vereins sind traditionell unverheiratete Männer, die das Fest mit zahlreichen anderen Gruppen durchführen. Die mehr als 600 Jahre alte Tradition des Festes zeichnet sich durch ihre hohe Bürgerbeteiligung aus. Zuletzt fand das Fest 2017 statt.

Eine große Ehre

„Wir sind überglücklich, dass wir diesen Schritt geschafft haben“, erklärte der Kommandeur der Kivelinge, Nils Deymann, auf Nachfrage unserer Redaktion. Mit dem Vorschlag des niedersächsischen Kultusministeriums sei die erste Hürde zur Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes genommen. Deymann betonte, dass schon der Vorschlag eine große Ehre für die Kivelinge sei. „Bis zur Aufnahme in das Verzeichnis ist es aber noch ein langer Weg“, erklärte der Kivelingskommandeur. In einer zweiten Verfahrensstufe berate die Kultusministerkonferenz darüber, welche Vorschläge der Deutschen Unesco-Kommission vorgelegt würden, die dann endgültig entscheide. Eingereicht hätten die Kivelinge den Antrag auf Aufnahme in das Verzeichnis im Oktober 2017. „Bis zum nächsten Kivelingsfest an Pfingsten 2020 steht mit Sicherheit fest, ob wir im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes stehen“, sagte Deymann.

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