Rund 9500 Verstöße registriert „Rükel-Blitzer“ in Lohne entpuppt sich als Volltreffer

Von Sven Lampe

Rund 9500 Verstöße hat der „Rükel-Blitzer“ in Lohne im ersten Jahr seines Betriebs registriert. Foto: André PartmannRund 9500 Verstöße hat der „Rükel-Blitzer“ in Lohne im ersten Jahr seines Betriebs registriert. Foto: André Partmann

Wietmarschen. Der „Rükel-Blitzer“ an der B 231 in Lohne entpuppt sich als Volltreffer. Seit der Inbetriebnahme am 1. März 2017 haben die in beide Fahrtrichtungen ausgerichteten Kameras rund 9500 mal ausgelöst — also gut einmal pro Stunde.

Diese Zahlen nannte jetzt die Fachbereichsleiterin Verkehr beim Landkreis Grafschaft Bentheim, Stefanie Geiger. Am häufigsten nahm der Blitzer Verkehrsteilnehmer ins Visier, die die Kreuzung der Bundesstraße mit der Poststraße und dem Hammweg deutlich schneller als mit dem erlaubten Tempo 70 überquerten. 740 mal löste die Messtechnik bei Rotlichtverstößen aus. In 128 Fällen kam beides zusammen.

Großteil der Verstöße in Richtung Nordhorn

Besonders häufig sind nach Angaben des Kreises mit rund 80 Prozent der Fälle die Verstöße in Fahrtrichtung Nordhorn. Was unter anderem daran liegen mag, dass dort die Straße in Richtung Ampel schnurgerade und leicht abschüssig ist. In der Gegenrichtung hingegen kommt der Verkehr durch eine nahe gelegene Ampel erst gar nicht richtig in Schwung.

Anschaffungskosten

Abgesehen vom möglichen Sicherheitsaspekt dadurch, dass einmal geblitzte Verkehrsteilnehmer sich anschließend möglicherweise etwas mehr auf Tempolimit und Grünphasen konzentrieren, dürften sich die Starenkästen auch für die Kreiskasse rechnen. Die Anschaffungskosten für die erste Anlage ihrer Art in der Grafschaft bezifferte der Landkreis seinerzeit auf rund 145.000 Euro. Allein in den ersten beiden Monaten ihres Betriebs waren den Angaben zufolge rund 69.000 Euro in die Kasse geflossen. Der Kreis Grafschaft Bentheim hatte ursprünglich damit kalkuliert, dass sich die Anlage nach spätestens zwei Jahren rentieren würde.

789 Fahrverbote

Unabhängig von Umständen dieser kreiseigenen Anlage ist auch die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim in Sachen Geschwindigkeitskontrollen unterwegs. Laut Inspektionsleiter Karl-Heinz Brüggemann zählte die Polizei im vergangenen Jahr 32.694 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Das entspricht in etwa dem Wert der vergangenen fünf Jahre. 789 der Überschreitungen endeten für den Betroffenen mit einem Fahrverbot. Nicht angepasste Geschwindigkeit zählt laut Brüggemann mit zu den Hauptursachen für Verkehrsunfälle.

Relevantes Thema

Rein statistisch hat sich die Anzahl der polizeilich festgestellten Geschwindigkeitsverstöße in der Region fast verdoppelt. Brüggemann führt das unter anderem darauf zurück, dass sich seitdem ein eigens eingesetztes Team um das Thema kümmert. Aufgrund der Relevanz derartiger Vergehen werde die Polizei ihr Engagement fortsetzen.

Gliedmaßenvermessung

Auch Motorradfahrer sollten sich nicht zu sicher fühlen. Denn neue Messanlagen erlaubten es gleichzeitig von vorne und hinten zu blitzen, so dass auch Motorradfahrer identifiziert werden können, so Brüggemann. Darüber hinaus sei es auch möglich, Sünder per Gliedmaßenvermessung am Computer zu überführen, erläuterte Brüggemann: „Auch wenn die Herrschaften es nicht glauben, das funktioniert.“