30 Jahre Krankenhaushilfe Sie schenken Patienten im Lingener Krankenhaus Zeit

Von Thomas Pertz


Lingen. Seit nunmehr 30 Jahren gibt es die Christliche Krankenhaushilfe (CKH) im Lingener Bonifatius-Hospital. In einer Feierstunde würdigten Vertreter des Krankenhauses das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder zum Wohle der Patienten.

Am 1. März 1988 hatte die CKH im Krankenhaus ihren Dienst aufgenommen. Den Anstoß hatte Schwester M. Burgunda gegeben, die die Gruppe bis 2005 leitete. Ihr folgten zwei weitere Ordensfrauen, Schwester Dietgund und Schwester Hermengard. Die hauptamtliche Leitung hat heute Hanne Büker inne, ehrenamtliche Leiterin ist Monika Fischer. Aktuell besteht die CKH aus 15 Mitgliedern, elf Frauen und vier Männer, die im Besuchs- bzw. Begleitdienst aktiv sind. Auf welche vielfältige Art und Weise dies geschieht, machte Büker in ihrer Ansprache während des Ökumenischen Gottesdienstes deutlich.

Vielfältige Hilfe

„Ob das nun die beruhigende Begleitung von der Aufnahme bis zur Station ist, oder die Hilfe bei Problemen mit Zahnprothesen, Hörgeräten oder Brillen, oder ein Gespräch – egal, was es dann ist, es ist eine große Hilfe“, beschrieb Büker die Arbeit der Ehrenamtlichen. Die CKH sei für viele Menschen im Krankenhaus ein Zeichen, dass sie nicht nur nach den Kriterien des Gesundheitssystems fachgerecht behandelt würden. „Sie sind ein Zeichen, dass Kranke in einer Ausnahmesituation sind, in der sie sich unsicher fühlen, anders reagieren, und vielleicht Hilfe in Bereichen brauchen, die das Gesundheitssystem nicht im Blick hat.“

Büker erinnerte aber auch daran, dass die Mitglieder der CKH durch ihren Dienst nicht nur den Patienten etwas Gutes tun würden, sondern auch sich selbst: „Weil Sie hier viel über das Leben lernen und Ihr eigenes Leben, Ihre eigenen Pläne mit anderen Augen sehen.“

Ehrungen langjähriger Mitglieder

Im Mittelpunkt der anschließenden Feierstunde im Gemeinschaftsraum stand die Ehrung langjähriger Mitglieder: Marlene Zimoch, Irmgard Budde und Clementine Volbers sind von Anfang an und damit nunmehr seit 30 Jahren dabei. 29 Jahre sind es bei Liesel Sunder-Plaßmann, 26 bei Monika Fischer und 25,5 bei Maria Dietrich. Ihnen gratulierten Martin Diek von der Geschäftsführung des Krankenhauses, Emslanddechant Thomas Burke als Vorsitzender des Kuratoriums und Ulrike Haßelbeck. Sie ist die stellvertretende Vorsitzende der „Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Krankenhaushilfe“.

„Großartig und großherzig“

„Es ist großartig und großherzig, dass Sie sich in Ihrer Freizeit zum Wohle der Patienten einsetzen“, sagte Haßelbeck. „Brauchen wir in Zukunft die Krankenhaushilfe noch?“, fragte sie eingangs ihres Festvortrages. Die Verweildauer der Patienten sei zum Beispiel deutlich kürzer geworden. Der moderne Mensch habe ein E-Book und brauche niemanden, der ihm ein Buch vorbeibringe. Dennoch beantwortete Haßelbeck ihre Frage mit einem klaren Ja. Der Aufenthalt im Krankenhaus stelle für den Betroffenen eine Ausnahmesituation dar. Er komme nicht freiwillig; die Phase des Wartens auf die Diagnose könne eine Zeit des Grübelns sein. Es könnten Fragen aufkommen, die nur über WhatsApp nicht zu beantworten seien, verwies sie auf die Grenzen technischer Kommunikationsmittel. Da sei ein menschlicher Kontakt wichtiger, wandte sie sich an die Mitglieder des CKH. „Wir sind als Nächste da, zum Zuhören, Trösten, um abzulenken und aufzumuntern.“

Das Bonifatius Hospital könne stolz auf dieses ehrenamtliche Engagement sein, betonten Monika Seewöster-Lumme, Geschäftsführerin der Caritas-Konferenzen Deutschland (CKD) in der Diözese Osnabrück und Ingrid Winterboer, Vorstandsmitglied der CKD. Auch wenn sich Vieles im Krankenhaus verändert habe, die Liegezeiten, Erkrankungen, der Kostendruck: „Unser Dienst, das Zeitschenken, ist geblieben und gibt Halt“, sagte Winterboer.

Geschäftsführer Martin Diek griff abschließend das Leitmotiv des Krankenhauses auf: „Den Menschen verbunden“. Dazu leiste die CKH einen wichtigen Beitrag.

Mehr aus Lingen lesen Sie in unserem Ortsportal.