Aktionsgalerie der Kunsthalle Lingen Der Apfel in vielen künstlerischen Facetten

Von Margrit Lehmkuhl-Wiese

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Lingen. Ist ein Apfel eigentlich nicht etwas Banales, Alltägliches und durch die ständige Anwesenheit in den Regalen der Supermärkte schon fast unsichtbar geworden? Nein, er ist sehr sichtbar geworden durch die Ausstellung „Der Apfel“ zurzeit in der Kunsthalle Lingen und den Arbeiten zum gleichen Thema von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Aktionsgalerie.

Beide Ausstellungen zeigen sehr schön den Konflikt zwischen dem Sichtbaren, das verborgen ist und den Sichtbaren, das gegenwärtig ist. Das Kunstschullaboratorium „Äpfel-Labor und Äpfel im Quadrat“ hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, ein Naturprodukt vielfältig und künstlerisch zu reflektieren.

Gemeinsames Projekt

Zur Eröffnung wies Meike Behm, Direktorin der Kunsthalle darauf hin, dass bereits der Name ein Geheimnis birgt. „Äpfel“ stehe nämlich für das Projekt „Ästhetisches Programm für das Emsland“ und dahinter verberge sich die Zusammenarbeit der emsländischen Kunstschulen Lingen und Emsbüren, Koppelschleuse Meppen, Zinnober Papenburg und SpuK Freren. Inhaltlich stehe aber der Apfel im Vordergrund „sowohl als Symbol für die Kunstschularbeit im Bereich Ästhetische Bildung und Bilden mit Kunst als auch Anhaltspunkt und Anregung für gemeinsame Formate.“

Fotos von Roman Starke

Die Projektleiterinnen aus der Kunstschule Lingen Elke Schürhaus und Juliane Plesmann berichteten von den Angeboten für Kinder ab sechs Jahren als offene Experimental-Labore, in denen mit allen Sinnen und viel Forschergeist rund um das Thema experimentiert und kreativ gearbeitet wird. Ideen können einfallsreich umgesetzt, vielfältige Materialien und Techniken eingesetzt werden und der Fantasie werde keine Grenzen gesetzt. Dokumentiert wurden die kreativen Aktionen durch den Fotografen Roman Starke, zu sehen ebenfalls in der Aktionsgalerie.

Assoziationen aus der Geschichte

Alltägliches Stück Obst? Der künstlerische Gebrauch eines Apfels löst Assoziationen aus der Kunstgeschichte aus: Die Versuchung Adams im Garten Eden und die Vertreibung aus dem Paradies, die Verwendung in den Portraits Arcimboldos, die Stillleben durch alle Epochen und Rene Magrittes surrealistische Verwendung des Apfels als Karnevalsmasken, Felsen, schwebend vor dem Gesicht eines Mannes und jener berühmte Apfel, der erklärt, das er kein Apfel ist. Er löste bei den Beatles den Namen des Produktionsstudios und des Logos aus, bei Jobs den Unternehmensnamen Apple und ist das am meisten verwendete Stück Obst. Er findet sich auch in der Kinderliteratur wie dem Märchen Schneewittchen.

Freie Arbeiten

Er war auch Anlass für die Einreichung von freien Arbeiten als Bilder, Fotografien Zeichnungen und Skulpturen, die in der Ausstellung „Äpfel im Quadrat“ im Wasserturm zu sehen sind. Beteiligt haben sich Erwachsene aus Malkursen, der Leistungskurs des Franziskusgymnasiums, Kunstschul AG der Castellschule in Lingen, Schülerinnen der Oberschule Lengerich und Teilnehmende der Kunstschulgruppen des Christopheruswerkes.

Alle Ausstellenden wurden sichtbar und erfolgreich ermutigt, die Wirklichkeit, die sie umgibt, besonders den alltäglichen Apfel näher zu betrachten und die Dinge nicht zu nehmen, wie sie zu sein scheinen, zu sehen noch bis zum 21. Mai in der Kunsthalle Lingen.


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